Ölpreisprognosen gesenkt

Bleibt die Rallye am Markt aus? Die Umfrage unter 11 Investmentbanken macht Hoffnung, warnt aber auch vor dem 1. Halbjahr dieses Jahres.

07.02.2019 | Robby Erkmann

Der Durchschnittspreis für Brent wird im laufenden Jahr um 2 US-Dollar niedriger geschätzt. Die amerikanische Sorte wurde um 3 US-Dollar abgestraft. Damit soll Brent im Durchschnitt 67 und WTI 60 US-Dollar pro Barrel kosten. Analysten von der BNP Paribas sehen die Entwicklung zweigeteilt. Einmal wird es im ersten Halbjahr zu stützenden Ölpreisen kommen, da der Markt deutlich knapper versorgt ist. In der zweiten Jahreshälfte ist dann mit einer besseren Versorgungslage zu rechnen, die die Ölpreise wieder nach unten Drücken wird. Die erste Jahreshälfte wird geprägt bleiben von den Sanktionen gegen den Iran und der Krise in Venezuela. Im Laufe des Jahres wird es für diese Probleme Klarheit geben. Im weiteren Jahresverlauf werden dann die USA den Markt weiter mit Rohöl fluten, denn bis dahin wird das Pipelinenetz ausgebaut sein und somit die Exportkapazitäten erhöhen. Eine ähnlich angespannte Lage in der ersten Jahreshälfte sehen auch Experten von der JPMorgan und der Commerzbank auf den Markt zukommen. Schätzungen für das nächste Jahr lassen die Verbraucher aufatmen, denn das Preisniveau wird nur leicht höher erwartet, als dieses Jahr.

Aus Libyen kommen zurzeit erfreuliche Nachrichten. So lag die Rohölförderung am größten Ölfeld Libyens im bisherigen Jahresverlauf deutlich unter seinen Möglichkeiten. Dieses war zuletzt von Nicht-Regierungstruppen besetzt worden. Damit ist der Weg frei, das Ölfeld wieder hochzufahren. Damit könnte Libyen dem Markt wieder bis zu 350.00 B/T dem Markt zuführen. Das benachbarte und ebenfalls abgeschaltet Ölfeld El-Feel hat eine Kapazität von 70.000 B/T und kann ebenfalls wieder hochgefahren werden.

Risiken eingepreist, oder nicht?

Viele Analysten sehen die neue Marktkonstellation mit Venezuela noch nicht voll eingepreist. Damit könnte es in den nächsten Wochen noch zu deutlicheren Preissteigerungen kommen. Andererseits gibt es auch Experten, die die Auswirkungen in Venezuela für begrenzt halten. Immerhin kann Libyen seine Rohölförderung nun wieder um etwa 400.000 B/T steigern. Die libysche Ölförderung liege dann wieder bei etwa 1,2 Mio. B/T. Sollte sich die Sicherheitslage verbessern, plane man einen Ausbau der Ölförderung auf 1,6 Mio. B/T, so die libysche Regierung.
Alles zusammen ergibt ein komplexes Gebilde, das kurzfristig zu höheren Ölpreisen führen kann aber nicht muss. Schlussendlich dürften die Verbraucher im laufenden Jahr von bösen Überraschungen aber verschont bleiben.

Der durchschnittliche Heizölpreis in Deutschland liegt heute bei 67,31 Euro pro 100 Liter. Auf diesem Preisniveau liegt der Durchschnittspreis schon seit Anfang des Jahres sehr stabil und wenig volatil. Die Rohölsorten Brent und WTI liegen heute Morgen etwa 0,6 Prozent im Minus. WTI kostet somit 53,56 US-Dollar pro Barrel. Die Nordseesorte Brent wird für 62,18 US-Dollar pro Barrel gehandelt.

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