Ölpreisprognosen sehr uneinheitlich

Nach dem Preisanstieg in dieser Woche ist die Frage, wohin die Ölpreise in den nächsten Wochen laufen werden. Selbst Experten sind sich nicht einig.

15.02.2019 | Robby Erkmann

Ägyptens Ölminister El-Molla sieht das jetzige Preisniveau als fair für Verbraucher und Produzenten an. Damit trifft es sicherlich nicht die Meinung aller OPEC-Mitglieder. Saudi-Arabien wünscht sich stets Rohölpreise von 80 US-Dollar pro Barrel. Daher wäre noch ein Potential von etwa 16 US-Dollar pro Barrel Brent vorhanden. Doch El-Molla betonte, dass höhere Ölpreise die Inflation antreiben und den Verbrauch in zu starker Weise abschwächen. Gleichzeitig würden zu niedrige Ölpreise die Investitionstätigkeit in Zukunftsprojekte zu stark abschwächen, weshalb Ölpreise zwischen 60 und 70 US-Dollar fair für alle Teilnehmer am Energiesektor sind, so El-Molla. Doch die Schweizer Großbank UBS sieht für das laufende Jahr Ölpreise von 85 US-Dollar pro Barrel für möglich. Dagegen rechnen Experten der US-Bank JPMorgan lediglich mit einem Anstieg bis auf 73 US-Dollar.

Doch beide Preiserwartungen beinhaltet noch deutliches Aufwärtspotential für die Rohölpreise. Es ist daher davon auszugehen, dass die Ölpreise ansteigen werden. In welcher Zeitspanne und mit welchem Tempo ist dabei sehr ungewiss. Dort kommt es dann wohl maßgeblich auf die Nachrichtenlage an und diese ist aktuell eher bullish ausgerichtet.

Wegweisende Wahlen in Nigeria

Am Samstag wird in Nigeria ein neuer Präsident gewählt. Dieses Ereignis kann großen Einfluss auf de Ölpreis haben. Bei Wiederwahl des amtierenden Präsidenten droht die Milizengruppe Niger Delta Avengers mit einer neuen Anschlagwelle. Ziel der Gruppe ist es, die heimische Bevölkerung stärker von der Ölindustrie profitieren zu lassen. Im Zuge von Verhandlungen kam es seit 2017 zu keinen Anschlägen mehr. Doch im Jahr zuvor fiel die Rohölförderung streckenweise um 1,0 Mio. B/T ab. Das war eine Reduktion von 50 Prozent der Gesamtförderung Nigerias. Im Falle eines Regierungswechsels fordert die Gruppe, dass innerhalb von 6 Monaten eine Restrukturierung vollzogen wird, damit die Rohöleinahmen fairer verteilt werden. Eine signifikante Reduzierung der nigerianischen Rohölförderung könnte dem Markt neues Aufwärtspotential geben. Somit sind für die nächste Woche weitere Steigerungen bei den Rohölpreisen nicht ausgeschlossen.

WTI kostet heute Morgen 54,57 US-Dollar pro Barrel. Die Nordseesorte Brent notiert bei einem Preis von 64,86 US-Dollar pro Barrel. Beide Werte liegen aktuell leicht im Plus. Der durchschnittliche Heizölpreis in Deutschland liegt heute wieder etwas höher als gestern. 100 Liter Heizöl kosten im Bundesdurchschnitt 69,35 Euro.

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