OPEC-Beschluss verblasst am Markt

Seit Bekanntwerden der erweiterten Kürzungen um 500.000 B/T kommen die Ölpreise nicht richtig in Fahrt. Das liegt auch an der guten Rohölverfügbarkeit.

11.12.2019 | Robby Erkmann

Das Aufwärtspotential scheint kurzfristig bereits an seine Grenzen zu kommen. Auch gestern konnten die Preisnotierungen keinen Aufwärtstrend aufweisen. Dabei hatte die OPEC am Freitag bekannt gegeben, dass dem Markt zusätzliche 500.000 B/T entzogen werden. Doch die Vergangenheit hat gezeigt, dass die Umsetzung der Kürzungen zuweilen einige Monate andauern kann. Das offenbart auch die Schwäche des letzten Beschlusses, der nicht verlängert wurde und daher nur bis März nächsten Jahres laufen wird.

Dabei gibt es aktuell gute Nachrichten zu den Verhandlungen im Handelsstreit zwischen den USA und China. Das Wall Street Journal berichtet, dass die Aufschiebung der am 15. Dezember in Kraft tretenden neuen Sanktionen aufgeschoben werden sollen. Dies ist eine Reaktion auf die andauernden Verhandlungen beider Staaten, die indes wohl positiver verlaufen als zuletzt berichtet. Ein Zustandekommen des Abkommens würde die Ölpreise wohl stärker stützen, als das kurzweilige Förderabkommen der OPEC. Der Markt leidet nämlich weiterhin unter einer Konjunkturschwäche, die die Rohölnachfrage abschwächt.

Weltweiter Rohölförderanstieg

Von anderer Seite wird die OPEC weiter flankiert. Die USA sind mit ihrer Schieferölindustrie weiterhin dabei die Ölförderung auszubauen. Doch auch abseits der USA tut sich eine Menge. Norwegen hatte bereits vor einiger Zeit in der Nordsee das fünftgrößte jeher entdeckte Ölfeld entdeckt und erschlossen. Bis zum Sommer 2020 sollen allein hier 440.000 B/T gefördert werden und die norwegische Ölförderung somit um gut ein Drittel anheben. Für Brasilien und deren aktuellen Präsidenten spielen wirtschaftliche Grundsätze ebenfalls eine größere Rolle als Umweltvereinbarungen. Daher wird vor der Küste Brasiliens die Erschließung eines das größte Öl- und Gasvorkommen vehement vorangetrieben. Gleiches gilt für Kanada. Das Land hat durch die Erschließung und Nutzung des Teersands die drittgrößten Ölvorkommen weltweit. Doch die Gewinnung belastet die Umwelt sondergleichen. Ganze Wälder werden abgeholzt und die Landschaften für lange Zeit zerstört. Die Umweltbelastungen für Mensch und Natur steigend drastisch. Aber im Bundesstaat Alberta, einer der Hotspots für die Ölsandförderung, wurde die konservative Regierung, die wirtschaftliche Fragen in den Vordergrund stellt mit großer Mehrheit wiedergewählt. Damit bleibt der Kurs in Kanada unverändert und wird den Markt auch zukünftig mit einer steigenden Ölförderung versorgen.

Die Versorgung mit Rohöl wird demnach weiterhin gesichert sein und die Nachfrage übersteigen. Das belastet die Ölpreise. Diese liegen heute Morgen leicht im Minus. Brent kostet aktuell 63,99 US-Dollar pro Barrel und die Sorte WTI liegt bei 58,98 US-Dollar pro Barrel. Der durchschnittliche Heizölpreis in Deutschland liegt heute bei 68,03 Euro pro 100 Liter.

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