OPEC im Fokus der Märkte

Diese Woche steht die Vollversammlung der OPEC in Wien auf der Tagesordnung. Zur Stützung des Ölpreises muss das Kartell Einigkeit beweisen.

02.12.2019 | Robby Erkmann

Doch genau diese Einigkeit ist gleichzeitig ein großes Problem. Russland hat erst seit kurzem und mit Mühen die vereinbarten Förderkürzungen eingehalten. Nun kam Russland der Gedanke, die Berechnungsmethode der OPEC zu diskutieren. Dieses Vorgehen scheint durchaus plausibel, allerdings stellt sich die Frage, weshalb dieser Schritt nicht viel früher gegangen worden ist. Schließlich hat Russland seit es dem erweiterten OPEC-Kreis angehört bewiesen, wie unzuverlässig die Förderkürzungen umgesetzt werden. Russland gilt neben der Ölförderung, als großer Gasförderer. Genau hier liegt das Problem. Bei der Gasförderung fällt als Nebenprodukt Kondensat an, ein sehr leichtes und teures Rohöl. Die Kondensatproduktion wird von Russland in die Ölfördermengen mit einbezogen, viele OPEC-Mitglieder rechnen die Kondensatanteile aus den Fördermengen heraus.

Von Januar bis Oktober dieses Jahres ergab sich auf russischer Seite ein Kondensat-Output von 770.000 B/T. Die V.A.E. produzierten im selbigen Zeitraum 700.000 B/T und Saudi-Arabien sowie Nigeria noch 400.000 B/T. Russland kann die Umstellung der Berechnungsmethode mit anderen Forderungen an die OPEC verknüpfen. Das birgt zusätzlichen Diskussionsbedarf, bei einer ohnehin eher angespannten Stimmung. Für die Märkte wäre ein einheitliches geeinigtes Auftreten wichtig.

Der Erwartungsdruck ist steigend

Trotzdem die Produktionskürzungen noch bis März laufen, erwartet der Markt eine Reaktion der OPEC auf die momentane Marktsituation. Dies wird kein leichtes Unterfangen. Ecuador wird nach Katar das nächste kleinere Mitglied sein, das der OPEC den Rücken kehrt. Nicht nur die großen Ölförderer leiden unter den geringeren Einnahmen durch die Förderkürzungen.  Die kleineren Staaten trifft es genauso, nur das deren Sorgen eher weniger Aufmerksamkeit finden bei der Diskussion um die zukünftige Strategie der OPEC. Zudem verliert die OPEC nach wie vor Marktanteile, da die Ölförderung außerhalb des Kartells kontinuierlich wächst. Am meisten profitieren die USA, deren Ölförderung von einem Rekord zum nächsten Rekord zieht. In Erwartung neuer Meldungen vor dem Treffen kann der Ölpreis diese Woche sehr sensibel reagieren.

Die zuletzt gestiegenen Ölpreise dürften obschon der Preisentwicklung der letzten Wochen mehr und mehr höhere Hürden haben für neuerliche Preisanstiege. WTI kann heute Morgen die Bewegung nach oben hin fortsetzen und liegt mit etwa 1,3 Prozent höher, bei 56,13 US-Dollar pro Barrel. Die Sorte Brent verliert heute Morgen deutlich und liegt 1,75 tiefer bei 61,33 US-Dollar pro Barrel. Der durchschnittliche Heizölpreis in Deutschland liegt leicht oberhalb des Niveaus von Freitag bei 68,49 Euro pro 100 Liter.

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