OPEC sorgt für Preissteigerungen

Nach der Veröffentlichung des OPEC-Monatsbericht hat sich etwas am Markt getan. Um die Rohölpreise weiter anzuheben, wird die Gangart verschärft.

14.02.2019 | Robby Erkmann

Das passiert, wie in der Vergangenheit, vornehmlich durch Alleingänge von Saudi-Arabien. Das Problem, was hinter diesen Taten steckt, ist die Abhängigkeit des Staatshaushaltes von einem angemessen Rohölpreis. Dieser für Saudi-Arabien angemessene Rohölpreis liegt in der Spanne von 80 bis 90 US-Dollar pro Barrel, sonst können nämlich die Haushaltsausgaben und der Umbau der Wirtschaft nicht finanziert werden. Denn die Jugendarbeitslosigkeit ist hoch und jeder zweite Staatsbürger in Saudi-Arabien ist unter 25 Jahre jung. Das zwingt den Golfstaat zum Handeln, denn eine dauerhafte Abhängigkeit von Rohöl kann man sich nicht leisten. Und so kommt es, dass der Markt nun auf kaltem Fuß erwischt wurde. Denn laut bisherigen Hochrechnungen von Energy Aspects hat die OPEC seit Dezmber letzten Jahres 1,63 Mio. B/T vom Markt genommen. Das ist deutlich mehr als im Dezember beschlossen wurde und damit auch unerwartet für den Markt und die Experten. Nun hatte der saudische Ölminister bereits angekündigt bis März weitere 400.000 B/T auf freiwilliger Basis vom Markt zu nehmen. Das erklärt auch den Preisanstieg der letzten Tage, denn seit Anfang des Jahres war es trotz alles Krisen in Venezuela und Ausfällen in Libyen ruhig gewesen an den Ölbörsen.

Wie hoch ist das Aufwärtspotential?

Die jetzige Reaktion des Marktes ist erstmal nicht unüblich. Außerdem war auch in den vergangenen Wochen genug Aufwärtspotential vorhanden. Dies wurde schon durch diverse Preisprognosen bestätigt, die die Rohölpreise einheitlich etwas höher eingeschätzt hatten. Etwas höher hieß in der aktuellen Situation, Ölpreise von etwa 70 US-Dollar für Brent wären ebenfalls realistisch gewesen. Nun hat der Monatsbericht der OPEC und der EIA das Ruder vorerst rumgerissen und die bullishen Faktoren überwiegen an den Börsen. Außerdem spekuliert der Markt weiterhin auf eine Einigung im Handelsstreit zwischen China und den USA. Eine Einigung würde nämlich die Rohölnachfrage und das Wirtschaftswachstum positiv beeinflussen.
Andererseits können in den nächsten Wochen auch bearish Meldungen dazu kommen. So kann eine Normalisierung der Rohölförderung in Libyen die Versorgung wieder verbessern. In Kanada ist ebenfalls noch leichtes Aufwärtspotential vorhanden und die USA werden ihren Wachstumskurs weiter fortsetzen. Hier wird durch den Bau von neuen Rohölpipelines im laufenden Jahr ein deutlicher Zuwach erwartet. Insgesamt ist die Situation klar bullish, aber nicht beunruhigend.

Brent und WTI liegen auch heute Morgen wieder oberhalb der Eröffnungskurse. Brent kostet im Moment 64,43 US-Dollar pro Barrel. Die Sorte WTI wird aktuell für 54,49 US-Dollar pro Barrel gehandelt. Der durchschnittliche Heizölpreis in Deutschland liegt heute bei 68,88 Euro pro 100 Liter und hat damit die Spanne der letzten Wochen nach oben durchbrochen.

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