OPEC stützt die Ölpreise

Wie sollte es anders sein? Kaum rauschen die Ölpreise nach unten, versucht Saudi-Arabien die Situation zu beruhigen, um weitere Verluste zu vermeiden.

04.06.2019 | Robby Erkmann

Denn niemand weiß wirklich, ob der Markt aktuell so stark unterversorgt ist, wie man es Anfang des Jahres befürchtet hatte. Die Rohölbestände in den USA sind weiterhin sehr hoch und haben auch in den letzten Wochen nicht nachgelassen. Daher ist der Markt aktuell enttäuscht über die ausbleibende Knappheit. Diese sollte infolge der OPEC-Kürzungen, den US-Sanktionen gegen den Iran und dem Bürgerkrieg in Venezuela eintreten. Nun meldete sich der saudische Ölminister zu Wort. Darin erklärte er, dass man alles Mögliche umsetzt, um die Rohölpreise stabil zu halte. Zumindest wirkt die Ansage im Moment, da weitere Verluste vorerst ausgeblieben sind. Im Grundsatz würde das nichts anderes bedeuten, als eine Fortsetzung der Förderkürzungen, die auf dem OPEC-Treffen in Wien am 25. Juni verlängert werden könnten.  Darüber und über den Umfang gab es vor wenigen Wochen noch reichlich Spekulation. Die jüngste Korrektur wird wohl auch die letzten Zweifler innerhalb der OPEC überzeugt haben, dass der Markt weiterhin künstlich verknappt werden muss. Russland hat sich zu einer weiteren Beteiligung am Förderabkommen noch nicht abschließend zu Wort gemeldet.

Für den Preisverfall war wohl die US-Außenpolitik verantwortlich, da die Zeichen aktuell so stehen, dass die USA auch mit Mexiko einen Handelskrieg führen. Das heizt die konjunkturellen Sorgen noch stärker an. Gleichzeitig befürchten man, dass die erwartete Unterversorgung ausbleibt. So ergab sich Potential für eine Korrektur. Aber so ungewiss der weitere Jahresverlauf ist, kann es ebenso wieder zu einer starken Aufwärtsbewegung kommen. Der Markt, bleibt infolge der vielen Unsicherheiten, sehr volatil. Das ist dann auch das einzige was wohl sicher einschätzbar ist.

Futures deuten Wechselstimmung an.

Die Backwardation-Konstellation bei den Preisen für Ölfutures zeigte in den letzten Wochen eine knappere Versorgungslage an. Allerdings ist dieser Trend nun rückläufig. Der 6-Monats Spread für Brent nimmt im Moment ab. Der Frontmonat August wird noch mit 2,0 US-Dollar über den Februar Kontrakt für 2020 gehandelt. Dieser Wert lag gestern noch bei 2,14 US-Dollar und letzte Woche Mittwoch noch bei 4,22 US-Dollar. Diese Entwicklung steht nun für eine wechselnde Erwartung an den Ölbörsen, hin zu einer besseren Versorgungslage.

Heute Morgen ist es an den Ölbörsen ruhig. Brent und WTI sind fast unverändert, im Vergleich zu den Eröffnungskursen heute Morgen. Brent kostet 60,86 US-Dollar pro Barrel und die Sorte WTI wird für 52,93 US-Dollar pro Barrel gehandelt. Der Preisverfall macht sich auch bei dem durchschnittlichen Heizölpreis in Deutschland bemerkbar. 100 Liter Heizöl kosten im heutigen Bundesdurchschnitt 67,51 Euro.

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