OPEC will die Ölpreiswende

Mit aller Macht wurde im Dezember 2018 ein neues Abkommen beschlossen, das aber nicht die gewünschte Wirkung erzielt hatte. Doch das kann sich nun ändern.

03.01.2019 | Robby Erkmann

Der Jahresstart war denkbar enttäuschend. Die Ölpreise starteten tief im Minus und liegen ohnehin auf einem sehr niedrigen Niveau. Aktuelle Probleme in Libyen kommen der OPEC daher zur rechten Zeit. Demnach ist das größte Ölfeld des Landes seit Dezember besetzt. Am Sharara Ölfeld wird etwa 300.000 B/T Rohöl gefördert. Bloombergs Produktionsbericht meldete jedoch nur einen Rückgang von 110.000 B/T im Dezember. Damit verbleiben knapp 200.000 B/T. Rohöl, die für Januar dem Markt fehlen könnten, sofern der Konflikt nicht gelöst werden kann.

Doch zu knapp wird die Versorgungslage sicherlich nicht werden. Zum einen stiegen in den letzten Monaten die Rohölbestände und andererseits haben viele OPEC-Mitglieder deutliche Reservekapazitäten bei der Rohölförderung. Nun haben Schiffsdaten und eine Befragung von Bloomberg ergeben, dass die OPEC im Dezember etwa 530.000 B/T vom Markt genommen hat. Das verwundert den Markt sehr, da die Umsetzung des Abkommens für Januar dieses Jahres angekündigt wurde. Das wäre der stärkste Produktionsrückgang seit Beginn der Förderkürzungen Anfang 2017. Insgesamt förderte das OPEC-Kartell etwa 32,6 Mio. B/T Saudi-Arabien hat dazu den Bärenanteil beigesteuert, indem die Ölförderung um 420.000 B/T gedrosselt wurde. Für Januar kündigte Saudi-Arabien an, die Ölförderung auf 10,2 Mio. B/T zu reduzieren. Das wäre nochmals 450.000 B/T mehr.  Damit der Zielwert der OPEC erreicht wird, muss das Kartell die gesamte Fördermenge auf 32,1 Mio. B/T reduzieren. Die Hausaufgaben wurden als noch nicht vollends erledigt, sodass von einer Trendwende noch lange nicht die Rede sein kann.

Neue Produktionsrekorde

Das vergangene Jahr jagte ein Förderrekord nach dem anderen. Infolgedessen und globaler Unsicherheitsfaktoren sanken die Ölpreise zum Jahresende rapide ab. Nun wurde für due US-Ölproduktion im Oktober ein neuer Rekordwert ermittelt. Demnach stieg die US-Rohölförderung um 80.000 B/T zum Vormonat September an und lag bei insgesamt 11,54 Mio. B/T. Doch auch die russische Ölförderung brach letztes Jahr alle Rekorde. Zwar beteiligte sich Russland an dem Förderabkommen der OPEC, wundersamerweise wurde aber die Ölproduktion immer weiter angehoben. Vorläufige Daten aus Russland ergeben eine Förderung von 11,16 Mio. B/T im Jahresdurchschnitt. Das sind 1,6 Prozent mehr als im Vorjahr.

Ein erneutes Jahr von Produktionsrekorden würde die Ölpreise wohl noch tiefer fallen lassen. Das ist aber erstmal unwahrscheinlich, denn sinkende Ölpreise belasten auch die Ertragslage der Ölfirmen, die dann ihre Investitionen in neue Projekte reduzieren. WTI liegt aktuell bei 45,47 US-Dollar pro Barrel. Brent steht aktuell bei einem Preis von 54,03 US-Dollar pro Barrel. Beide Notierungen liegen heute Morgen deutlich niedriger. Im Gegensatz dazu ist der durchschnittliche Heizölpreis in Deutschland auf 63,78 Euro pro 100 Liter gestiegen und liegt damit fast einen Euro höher als gestern.

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