Politischer Stillstand in Venezuela

Seit Wochen ist es ruhig um die innenpolitische Krise geworden. Verbessert hat sich die Lage dennoch nicht. Der Rohölförderung tut das nicht gut.

28.06.2019 | Robby Erkmann

Michelle Bachelet, Hohe Kommissarin der Vereinten Nationen für Menschenrechte besuchte vor gut einer Woche auf Einladung der Regierung Maduros das Land. Dort traf sie sich auch mit Vertretern der katholischen Kirche. Bei dem Treffen überreichten die Bischöfe ihr einen Brief, in dem die katastrophalen Zustände beschrieben sind. In Venezuela herrscht seit Jahren eine enorme Inflation, die für eine schwere Wirtschaftskrise sorgt. Zudem kommen soziale Unruhen aufgrund einer mangelhaften Versorgung der Bevölkerung mit Medikamenten, Wasser, Benzin oder Lebensmitteln. Außerdem geht die Regierung gewaltvoll gegen Kritiker vor. Die Bischöfe sprachen davon, dass ein Ausweg aus der Lage nur mit einem neuen Präsidenten gelingen kann.

Die internationale Staatengemeinschaft hat bisher keinen politischen Zugang zur Regierung Maduros bekommen, damit eine Lösung gefunden werden kann. Die Präsidenten Russland und Chinas betonen und fordern einen politischen Dialog von allen Beteiligten, also unter anderem den USA, aber auch Venezuela selbst. Gleichzeitig lehnen sie jedwede Militärinteraktion ab. China und Russland haben über Jahre viele Investitionen getätigt, um die Rohölförderung im Land auszubauen oder zu verbessern. Das Interesse an einer friedlichen Lösung ist schon daran erkennbar. Denn ein Krieg würde die Rückkehr zu einer stabilen Wirtschaftslage deutlich verlängern. Beide Staaten hoffen auf ein stabiles und autonomes Venezuela, um mit Investitionen von den Rohölvorräten zu profitieren. Aber die Lage zeigt, so schnell darf der Markt mit keiner Besserung rechnen. Die Sanktionen der USA werden also weiterhin dafür sorgen, dass dem Markt Rohöl aus Venezuela fehlt, was bisher zwar nicht zu einer Unterversorgung des Marktes geführt hat, aber die Rohölpreise stützt, die sonst wohl noch niedriger liegen würden.

Burgfrieden im Handelsstreit

Die Staatspräsidenten Chinas und der USA haben verkündet vorerst keine weiteren Strafzölle als Maßnahmen umzusetzen. Dies solle noch offiziell vor dem Treffen beider Präsidenten verkündet werden, die sich beim G20-Gipfel in Japan über den Handelskonflikt besprechen wollen. Chinas Präsident Xi fordert allerdings, dass die Sanktionen gegen den chinesischen Telekommunikationskonzern Huawei beendet werden. Zuvor erklärte Trump noch, dass er einen Plan B habe, falls er mit der Entwicklung unzufrieden sei. Die Aktienmärkte reagierten gestern positiv auf diese Meldung. Die Vorfreude sollte allerdings nicht zu groß sein. Jedoch könnte es eventuell im Laufe nächster Woche zu zwei richtungsweisenden Entscheidungen kommen. Denn die OPEC hält ihre Vollversammlung ab und entscheidet über den weiteren Verlauf der Förderkürzungen. Damit bleibt der Rohölpreis in einem starken Spannungsfeld, das große Kursausschläge nach oben und unten nach sich ziehen kann.

Der durchschnittliche Heizölpreis in Deutschland liegt heute bei 68,48 Euro pro 100 Liter und ist damit wieder etwas günstiger, wie tags zuvor. Die Nordseesorte Brent kostet im Augenblick 66,26 US-Dollar pro Barrel. Die Sorte WTI notiert aktuell bei 59,12 US-Dollar pro Barrel. Beide Sorten liegen im Bereich der Vortagespreise.

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