Preisgrenze bereits erreicht?

Fundamental ist die Nachrichtenlage weiter als preissteigernd anzusehen. Dennoch haben die Preiserhöhungen an den Ölbörsen vorerst eine Pause eingelegt.

15.04.2019 | Robby Erkmann

Einziger Lichtblick in der aktuell immer knapper werdenden Versorgungslage ist das Wirtschaftswachstum. Der IWF hat das Wirtschaftswachstum immer wieder nach unten korrigiert. Nun prognostiziert der IWF, dass das Wirtschaftswachstum so niedrig ist, wie seit 10 Jahren nicht mehr. Positiv ist dies, weil die Nachfrage nach Rohöl weniger stark anziehen wird. Somit wird die Versorgungslage weniger stark verknappt.
Besorgniserregend ist dagegen die Lage in Libyen. Sanalla, der Vorsitzende der National Oil Corporation, die dazu befähigt ist, die Ölexporte des Landes abzuwickeln macht sich große Sorgen. Seiner Meinung nach können die aktuellen Kämpfe die Rohölförderungen Libyen empfindlich stören und verringern. Dabei war die Ölförderung in Libyen auf gutem Wege weiter zu steigen. Zuletzt betrug die Förderleistung Libyens etwa 1,1 Mio. B/T und war innerhalb von zwei Monaten um etwa 200.000 B/T gestiegen. Die Kämpfe um die Hauptstadt Tripolis haben bereits etliche Tote gefordert. Unterdessen gibt es Berichte, dass Saudi-Arabien die Truppen von General Haftar mit mehreren 10 Mio. US-Dollar unterstützt hat. Sollte die Ölförderung Libyens infolge der Kämpfe ausfallen, wird der Rohölpreis höchstwahrscheinlich stark ansteigen, wenn die Fördermengen anderer Staaten diese nicht auffangen.

OPEC-Entscheidung richtungsweisend

Der russische Finanzminister Anton Siluanov könnte sich vorstellen, dass die OPEC und auch Russland die Ölproduktion wieder steigern, damit die sinkenden Marktanteile gestoppt werden. Aktuell profitieren die USA stark von den Förderkürzungen, da die US-Rohölförderung stetig ansteigt. Das entscheidende Treffen der OPEC und Nicht-OPEC-Staaten findet am 25. Und 26. Juni in Wien statt. Tendenziell kann aktuell nicht vorhergesagt werden, ob die Kürzungen aufgrund der knappen Lage reduziert werden. Eher abneigend gegenüber weiteren Kürzungen ist Russland, da man nicht noch weitere Marktanteile abgeben möchte. Recht sicher ist jedoch, dass die richtungsweisenden Entscheidungen in der ersten Jahreshälfte fallen und die Rohölpreise davon in der zweiten Jahreshälfte stark beeinflusst werden.

Heute Morgen haben die Rohölpreise keine Luft für weitere Preisanstiege und liegen daher etwa 0,5 Prozent im Minus. WTI kostet im Moment 63,47 US-Dollar pro Barrel. Die Nordseesore Brent wird aktuell für 71,14 US-Dollar pro Barrel gehandelt. Prinzipiell können die Ölpreise noch weiter steigen, da die Prognosen streckenweise nach oben angepasst wurden. Der durchschnittliche Heizölpreis in Deutschland bleibt oberhalb der 70 Euro pro 100 Liter und kosten im Bundesdurchschnitt heute 71,00 Euro.

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