Preisnotierungen eher impulslos

Trotz der aktuelle sehr knappen und preiserhöhenden Grundstimmung am Markt, bleiben die Rohölpreise auf unverändertem Niveau, vorerst zumindest.

17.04.2019 | Robby Erkmann

Eine Änderung der internationalen Lage ist nicht zu erwarten. Die Krise in Venezuela ist unverändert groß. Aktuell leben gut 10 Prozent der Bevölkerung im Ausland, da sie vor der humanitären Notlage geflüchtet sind. Das entspricht etwa 3,4 Millionen Menschen, doch die Zahl ist weiter steigend. Die Vereinten Nationen schätzen bis Ende des Jahres, dass 5,3 Mio. Menschen aus Venezuela geflüchtet sind. Politisch hat sich über viele Wochen nicht getan. Maduro unterbindet weitestgehend Hilfsleistungen aus dem Ausland, während die Opposition keine Fortschritte zum Absetzen der Regierung Maduros verzeichnen kann. Unterdessen kritisieren die USA die UN für ihre passive Haltung. Problematisch ist, dass China und Russland die sozialistische Regierung Maduros unterstützt. Zu den weiteren Unterstützern zählen Kuba und der Iran. Daher haben die USA weitere Sanktionen angedroht. Das heißt aber auch, dass die Rohölförderung in Venezuela immer weiter unter die Räder kommt. Schon jetzt fördert das Land je nach Schätzungen nur noch etwa 1,0 Mio. B/T Rohöl. Vor einigen Jahren waren es noch mehr als 3,0 Mio. B/T. Die Technik der Ölindustrie ist veraltet und notwendige Investitionen blieben aus. Zudem sorgen Stromausfälle oder Kämpfe für eine Stillstand vereinzelter Förderanlagen. Solange der Konflikt ungelöst bleibt, wird auch die Ölindustrie darunter leiden und die Marktversorgung mit Öl weiter verknappen.

Jahresausblick

Kann die Ölförderung außerhalb der OPEC infolge der hohen Ölpreise so stark steigen, dass die knappe Versorgungslage gemindert wird? Fraglich, wenngleich US-Präsident Trump und anderer Befürworter von niedrigen Ölpreisen nichts dagegen haben dürfte. Die Citigroup schätzt die Versorgungslage im laufenden Jahr denkbar knapp ein und deutlich knapper als die EIA. Demnach soll im zweiten Quartal eine Unterversorgung vorherrschen über 0,8 Mio. B/T. Gleiches gilt für das Dritte Quartal, wofür die Citigroup ein Defizit von 0,9 Mio. B/T prognostiziert. Dagegen sind die Schätzungen der EIA deutlich milder. Im zweiten Quartal erwartet die EIA noch eine Überversorgung von 0,56 Mio. B/T und für das dritte Quartal noch von 0,18 Mio. B/T.

Der durchschnittliche Heizölpreis in Deutschland liegt heute bei 70,86 Euro pro 100 Liter und ist damit wie die Rohölpreise größtenteils unverändert. Die Ölsorte WTI kostet heute Morgen 64,50 US-Dollar pro Barrel. Die Nordseesorte Brent kostet aktuell 72,03 US-Dollar pro Barrel.

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