Preisvorgaben weiter schwach

Die Feiertage in den USA und Großbritannien sorgen für wenig Impulsen von der Käuferseite. Daher gaben die Rohölpreise an den Handelsplätzen wieder nach.

29.05.2019 | Robby Erkmann

Begünstigt wird das Preisniveau von den nachfragebedingten Problemen. Im Handelsstreit zwischen China und den USA ist kein Vorwärtskommen zu sehen und die Situation ist sehr festgefahren. Die Entwicklung mit dem chinesischen Smartphone-Hersteller Huawei ist ebenfalls kritisch zu sehen. Huawei gibt sich indes gelassen. Zwar werde dies das Wachstum verlangsamen, aber der CEO von Huawei gab sich in einem Interview mit Bloomberg gelassen. Denn die Huawei Technik um das 5G-Netz ist allen anderen Anbietern um 2-3 Jahre voraus. Dieser Technologievorsprung müsste erstmal aufgeholt werden. Zudem bringt das auch US-Konzerne in Schwierigkeiten, da diese auf das schnelle Netz angewiesen sind, wie Tesla zum Beispiel für seine selbstfahrenden Autos. Außerdem hat Huawei angekündigt notfalls eigene Prozessoren, Router oder andere Produkte zu entwickeln, damit man nicht mehr auf die US-Technologien angewiesen ist. Das würde die USA zunehmend isolieren und auch von internationalen Forschungskooperationen ausschließen, so die Befürchtung von Microsoft.

Doch das größte Schwert der Chinesen sind die Vorkommen an seltenen Erden, die benötigt werden für viele Technologien. Ein Embargo der Chinesen würde Appel etwa 30 Prozent des Jahresgewinn kosten, so eine Analyse von Goldman Sachs. Trump sitzt also nicht unbedingt am Längeren Hebel. Gleichzeitig gefährdet diese Entwicklung nach wie vor die Rohölnachfrage und drückt somit die Ölpreise an den Börsen tendenziell nach unten.

Angebotsseite ungewiss

Auf der anderen Seite steht das Angebot an Rohöl. Hier kann die OPEC mit der Ende Juni stattfindenden Vollversammlung für mehr Sicherheit sorgen. Es besteht nur die Gefahr, dass man den aktuell schwächelnden Rohölpreis infolge der Nachfragebedingten Probleme weiter massiv stützen möchte. Das würde bedeuten, dass die Förderkürzungen unangetastet bleiben. Derweil gibt sich die OPEC noch bedeckt. Der Ölminister Kuwaits erläuterte, dass die globalen Rohölbestände noch nicht ausreichend gesunken seien, sieht für die zweite Jahreshälfte aber einen ausgeglichenen Markt. Allerdings ist es für ein klares Statement zu früh und man werde sich ausführlich beraten und alle Möglichkeiten abwägen. Für Juni hatte Saudi-Arabien angekündigt die eigene Förderquote weiterhin deutlich unter dem vereinbarten Niveau zu halten. Somit fördert das Königreich etwa 9,8 Mio. B/T anstatt der erlaubten 10,3 Mio. B/T.

Im Bundesdurchschnitt der der Heizölpreis im Vergleich zu gestern deutlich zugelegt. 100 Liter Heizöl kosten heute im deutschlandweiten Durchschnitt 71,93 Euro. WTI und Brent liegen heute tiefer, als zur Tageseröffnung. Brent kostet jüngst 69,56 US-Dollar pro Barrel. die Sorte WTI liegt im Augenblick bei 58,49 US-Dollar pro Barrel.

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