Probleme in den USA

Der Huston Ship Kanal bleibt bis auf weiteres für den Schiffsverkehr gesperrt. Für die amerikanischen Ölimporte und Ölexporte ist das kein guter Vorgang.

27.03.2019 | Robby Erkmann

Am 17. März war in einer Anlage für die petrochemische Verarbeitung ein Großbrand ausgebrochen. Die dadurch beschädigten Tanks haben Ölprodukte austreten lassen. Für solche Fälle gibt es Rückhaltebecken, diese waren allerdings am Freitag übergelaufen, sodass Flüssigkeiten in den Huston Ship Kanal geflossen sind. Der Kanal ist ein sehr wichtiger Verkehrsweg für die Ölindustrie. Hierrüber gelangen etliche Mengen von Ölprodukten und Rohöl über den Seeweg zu Import- oder Exportverladestellen. Insgesamt sollen schon etwa 52 Tanker auf eine Durchfahrt warten. Zu Beginn gab es noch die Hoffnung, dass die Öffnung des Kanals am Montag vollzogen werden kann. Nun ist nicht genau klar, wann es weitergeht. Die Küstenwache teilte mit, dass weiterhin eine Gefahr für die Schiffe und Crew vorhanden sei, solange werde man den Kanal nicht wieder öffnen. Dieses Ereignis wird wohl die DOE-Zahlen am morgigen Donnerstag verzerren, sowie kann der Monatsbericht für März beeinflusst werden. Der amerikanischen Ölindustrie tut die Sperrung jedenfalls nicht gut. Shell und LyondellBasell haben bereits die Produktionen ihrer Raffinerien am Standort Huston drosseln müssen. Wie hoch der Schaden wirklich ist, werden wahrscheinlich die nächsten Tage zeigen.

Rohölpreise unverändert

Trotz der anstehenden Sommernachfrage, die bekanntlich den Verbrauch von Rohöl erhöht, bleiben die Rohölpreise noch auf moderatem Niveau. Ob sich das überhaupt ändert ist aber ungewiss. Analysten von Goldman Sachs sehen die Rohölpreise zurzeit im Aufwärtstrend, sodass diese den Bereich von 70 US-Dollar erreichen sollen. Allerdings wird schon in der zweiten Jahreshälfte erwartet, dass der Anstieg der US-Rohölförderung das Preisniveau wieder nach unten drückt. Dann bewegt man sich wieder im Bereich der 60 US-Dollar pro Barrel, so die Analysten. Die Handelsspanne in den nächsten Jahren soll bei 45 bis 50 am unteren und 75 bis 80 US-Dollar am oberen Ende liegen. Maßgeblichen Einfluss wird dabei die OPEC haben und die Entwicklung der Förderkürzungen sowie die US-Ölindustrie und ihre Produktionssteigerung.

Beide Faktoren werden daher von Experten genau beobachtet. Verbraucher können aber weiterhin mit größtenteils moderaten Rohölpreisen rechnen, wenn auch kurzfristige Kursauschläge nach oben hin im Jahresverlauf möglich sind. Im Moment sind die Notierungen der Ölpreise an den Börsen aber ohne große Schwankungen.

Der durchschnittliche Heizölpreis in Deutschland liegt heute bei 68,94 Euro pro 100 Liter. Damit ist das Preisniveau seit etwa 6 Wochen sehr konstant geblieben. Brent kostet im Augenblick 68,11 US-Dollar pro Barrel und WTI wird für 59,91 US-Dollar pro Barrel gehandelt.

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