Probleme in Libyen halten an

Die Rohölförderung in Libyen liegt immer noch etwa 350.000 B/T niedriger als möglich. Die innenpolitischen Spannungen nehmen dennoch nicht ab.

18.01.2019 | Robby Erkmann

Das größte Ölfeld des Landes, das Sharara Ölfeld ist weiterhin von Rebellen besetzt und fördert somit kein Rohöl mehr. Das angrenzende Ölfeld El-Feel mit einer Gesamtkapazität von 90.000 B/T musste zuletzt ebenfalls abgeschaltet werden. Nun plant General Haftar eine Offensive im Süden des Landes. Die Libyan National Army soll die besetzten Ölanlagen befreien. Damit soll die Ölproduktion wieder aufgenommen werden können. Doch die langfristigen Folgen sind kaum einschätzbar. General Haftar würde mit der Befreiung der Ölfelder quasi die gesamte Ölindustrie des libyschen Festlandes unter Kontrolle halten. Dazu zählen auch Ölterminals am Mittelmeer und genau darin liegt das Problem. Die Haltung des Generals gegenüber der libyschen Regierung in Tripolis ist eher ablehnend. Daher hatte Haftar im letzten Jahr einen Exportstopp verhängt für Exporte, die nicht über die National Oil Corporation im Osten des Landes abgewickelt werden. Diese ist international nicht anerkannt und rechtlich gar nicht imstande, Ölexporte durchzuführen. Nur der NOC in der Hauptstadt ist erlaubt das Rohöl zu exportieren und die Einnahmen daraus zu verwenden. Mit der Kontrolle der Ölfelder könnten diese nun an die nicht anerkannte NOC im Osten übergeben werden. Das würde zu großen Spannungen mit der Regierung in Tripolis führen und könnte gleichzeitig die Rohölexporte drastisch reduzieren. Eine Destabilisierung ist daher nicht gut, zumindest nicht, wenn der Rohölpreise nicht zu stark steigen sollen.

OPEC-Monatsbericht stützt Preise

Die Reduzierung der Ölförderung war im Dezember weit umfangreicher als bisher angenommen. So hat die OPEC im Dezember rund 751.000 B/T vom Markt genommen. Die OPEC-Produktion liegt demnach bei 31,58 Mio. B/T. Saudi-Arabien hat schon im Dezember mehr Rohöl vom Markt genommen als gefordert. So lag die saudische Ölproduktion im Dezember bei 10.,5 Mio. B/T, wohingegen angekündigt worden war die Förderung nur auf 10,7 Mio. B/T zu kürzen. So umfangriech wie im Dezember wurde die Ölförderung seit über 2 Jahren nicht mehr gekürzt. Die strikte Umsetzung des neusten Förderabkommens im Dezember überrascht ein wenig. Dabei schätzt die OPEC das Förderwachstum der Nicht-OPEC-Staaten auf 2,1 Mio. B/T im laufenden Jahr. Gleichzeitig wird mit einem verringerten Ölnachfragewachstum auf 1,29 Mio. B/T gerechnet. Um eine Überversorgung zu vermeiden, wird die OPEC wohl ihre Kürzungen intensivieren müssen.

Kurzfristig kommen die Zahlen und die umfangreichen Kürzungen erstmal gut am Markt an. Brent und WTI liegen auf dem Niveau der Vortage. WTI kostet zurzeit 52,62 US-Dollar pro Barrel. Brent notiert bei einem Ölpreis von 61,77 US-Dollar pro Barrel. Genau wie die Rohölpreis, ist auch die Volatilität des durchschnittlichen Heizölpreises in Deutschland zurzeit gering. Heute kosten 100 Liter Heizöl im Bundesdurchschnitt 66,54 Euro.

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