Prognosen wurden angehoben

Wird nun die Preiserwartung bei Rohöl für dieses Jahr neu aufgestellt? Zumindest werden Prognosen erhöht, nachdem die Lage zunehmend bullish wurde.

03.04.2019 | Robby Erkmann

Die monatliche Umfrage bei den Investmentbanken ergab, dass diese den Rohölpreis für Brent höher sehen, als im Februar. Zwar wurde dieser nur verhalten, um 1 US-Dollar nach oben angepasst, doch das könnte erst der Anfang sein. Zumindest wurden der Durchschnittspreis für WTI mit 60 US-Dollar pro Barrel unverändert belassen. Die meisten Banken sehen in der zweiten Jahreshälfte weiterhin nachgebende Rohölpreise. Analysten von der BNP Paribas befürchten für das zweite Halbjahr mittlerweile einen anhaltenden Aufwärtstrend. Eine Schlüsselrolle spielen der Iran und Venezuela. Sanktionen gegen den Iran waren zwar eingepreist, doch die USA wollen die Gangart weiter verschärfen. Total überraschend für den Markt war allerdings die Situation in Venezuela, die sich noch schlimmer, als befürchtet zugespitzt hat. Die Société Générale sieht beide Länder als großes Risiko für weitere Preissteigerungen im Jahresverlauf. Daher können kurzfristig durchaus auch von anderer Stelle neue und höhere Preisprognosen veröffentlicht werden.

Aus US-Informantenkreisen ist durchgesickert, dass die USA gegen den Iran die Sanktionen auch auf weiteren Wirtschaftszweigen ausbauen wollen. Bisher konzentrierten sich die USA auf die Rohölexporte des Irans, da dies eine empfindliche Stelle sei für den sehr von Rohöl abhängigen Staatshaushalt. In dem Bereich planen die USA aktuell die noch laufenden Ausnahmegenehmigungen für die Ölexporte bei einer Verlängerung um 20 Prozent zu reduzieren. Es sei weiterhin der Plan die iranischen Ölexporte auf null zu drücken. Diese Lücke wollen dann die USA schließen mit ihrerseits steigenden Ölexporten. Wie es genau weitergeht wird dann im Mai zu sehen sein, wenn die aktuellen Ausnahmegenehmigungen auslaufen und verlängert werden müssen.

Brent mit bestem Auftakt seit 2005

Seit Beginn des Jahres stieg der Rohölpreis für Brent im ersten Quartal um etwa 27 Prozent. Bis zum Hoch des letzten Jahres hat die Sorte Brent noch etwa 17 US-Dollar pro Barrel Luft nach oben. Aktuell ziehen die Konjunkturdaten aus China die Ölpreise auf ein Neues 5 Monatshoch.

Hinzu kommen neue Probleme in Venezuela. Im Jahr 2013 wurden noch 3 Mio. B/T gefördert. Im vergangenen Oktober waren es etwa 1,2 Mio. B/T. Im März lag die Ölproduktion bei etwa 600.000 B/T. Grund hierfür ist die stark angespannte innenpolitische Situation. Infolgedessen kam es zu tagelangen Stromausfällen, die auch den größten Exporthafen des Landes stillgelegt hatten. Eine signifikante Verbesserung der Gesamtsituation ist nicht in Sicht. Im Gegenteil, es muss mit weiteren Exportrückgängen gerechnet werden.

Der Preis für ein Barrel WTI liegt im Moment bei 62,79 US-Dollar pro Barrel. Brent notier heute Morgen bei 68,70 US-Dollar pro Barrel. Beide Werte stehen heute Morgen leicht im Plus. Der durchschnittliche Heizölpreis in Deutschland liegt heute bei 69,85 Euro pro 100 Liter.

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