Pulverfass Irankrise

Der Iran betonte in einem Telefonat mit dem französischen Präsidenten, keinen Konflikt zu wollen. Doch die Rhetorik gegenüber den USA ist sehr harsch.

26.06.2019 | Robby Erkmann

Insbesondere wies Ruhani, der iranische Präsident darauf hin, keinen Krieg zu wollen. Er sieht für die Entwicklung und die Entstehung der Spannungen die USA in der Verantwortung. Erneut verdeutlichte er, dass weitere Provokationen der USA, konsequent verteidigt werden, vor allem wenn es um die Missachtung der iranischen Grenzen kommt. Bei den Vereinten Nationen gaben sich beide Seiten die Schuld für den Drohnenabschuss. Damit brachte die Sondersitzung keine Annäherung. Wobei eine Annäherung wohl alle Experten gewundert hätte. Im iranischen Fernsehen bezeichnete Ruhani das Weiße Haus dann als „geistig zurückgeblieben“. Präsident Trump bezeichnete diese Worte als „ignorant und beleidigend“. Auf Twitter stellte er dann klar, dass jeglicher Angriff auf die USA hart erwidert wird, sogar so hart, dass es teilweise zu einer Auslöschung kommen kann. So bleibt es dabei, dass ein Golfkrieg wohl nur ein Wimpernschlag entfernt ist.

Die Rohölpreise zogen infolge der aggressiven Töne leicht an, da vermutliche die Risikoprämie erhöht wurde. Brent kostet heute Morgen 66,06 US-Dollar pro Barrel. Die amerikanische Sorte WTI liegt im Moment bei 59,02 US-Dollar. Beide Werte liegen zurzeit leicht im Plus. Unterdessen setzte der durchschnittliche Heizölpreis einen deutlichen Sprung nach unten an. Heute kosten 100 Liter Heizöl im Bundesdurchschnitt 67,45 Euro. Das sind fast drei Euro weniger, als der gestrige Durchschnittspreis.

Kann die OPEC den Markt beruhigen?

Nächste Woche steht das OPEC-Treffen an, auf dem die Förderkürzungen verlängert werden sollen. Der Energieminister Kasachstans versucht vermutlich im Vorfeld des Treffens bei Gesprächen die Unsicherheiten am Markt zu erhöhen. Zumindest äußerte er, dass die Gespräche nicht einfach werden. Grund sind die Sanktionen gegen den Iran und Venezuela. Das könnte mit der Hoffnung zu tun haben, dass die Förderkürzungen erhöht werden, um so endlich höhere Rohölpreise am Markt etablieren zu können. Allseits bekannt ist, dass die OPEC ein Preisniveau von 80 US-Dollar pro Barrel befürwortet.
Andererseits könnte der Markt auch beruhigt werden, wenn es die OPEC bei dem Treffen schaffen würde, die politische Führung der Länder zu mehr Gesprächsbereitschaft und Kooperationen aufruft, die geopolitische Lage zu verbessern. Wie dem auch sei, bis zu einer Entscheidung in der nächsten Woche bleibt der Markt sehr wahrscheinlich angespannt und volatil. Wie es danach weiter geht, wird man dann sehen. Es könnte dann mehr Sicherheit darüber herrschen, wie sich der Rohölpreis im weiteren Jahresverlauf entwickeln wird.  

Presse-Kontakt


Tel.: 040 524768-0
info@comoil.de
Kooperation