Risikoprämie reduziert den Ölpreis

So könnte der gestrige Preisrückgang an den Ölbörsen interpretiert werden. Saudi-Arabien erwägt wohl keine militärische Auseinandersetzung mit dem Iran.

02.10.2019 | Robby Erkmann

Das ist aus Äußerungen des saudischen Kronprinzen bin Salman zu vernehmen. Der Kronprinz hat der iranischen Regierung Gesprächsbereitschaft signalisiert, damit eine Lösung gefunden werden kann. Die Märkte hatten Angst, dass die Anschläge zu einem neuen Golfkrieg führen, der die Ölversorgung gefährde und den Ölpreis weltweit nach oben treibt. Diese Gefahr scheint erstmal gebannt zu sein. Der letzte Woche vereinbarte Waffenstillstand in vier Gebieten des Jemens zwischen dem Houthi-Rebellen und Saudi-Arabien ist bisher erfolgreich umgesetzt worden. Das nährt die Hoffnung auf weitere Annäherungen im Konflikt der beiden Parteien. Zumindest ist der Markt insofern befriedigt, als dass kein Flächenbrand im Nahen Osten droht. Hinzu kommt, dass Saudi-Arabien mit 9,9 Mio. B/T mehr Rohöl fördert, als vor den Anschlägen. Laut OPEC-Bericht hatte Saudi-Arabien im August 9,81 Mio. B/T Rohöl gefördert. Dennoch wird die OPEC-Produktion im September deutlich abgenommen haben, so Reuters. Saudi-Arabien kann erst jetzt die reduzierten Fördermengen aufholen, indem es mehr Rohöl fördert. Das hat die Fördermenge der OPEC auf ein 8 Jahre tief katapultiert.

Ecuador verlässt die OPEC

Das nächste Land verlässt die Organisation. Für den Januar nächsten Jahres wird das Land die OEPC verlassen. Ecuador zählt zu den kleinsten Förderstaaten und hatte im letzten Jahr rund 530.000 B/T gefördert. Damit ist Ecuador das zweite Land, nach den V.A.E., das nicht mehr der OPEC angehört. Die Macht der OEPC schwindet damit weiterhin. Schon nach dem Austritt der V.A.E. hatten Experten davor gewarnt, dass weitere Staaten folgen werden, da die Strategie der OPEC nicht zu den staatlichen Strukturen der Staaten passt. Ecuador erklärte, dass es Probleme mit den Herausforderungen die öffentlichen Finanzen zu sichern gebe und die Tragfähigkeit in Gefahr sei. Das bedeutet nichts anderes, als dass die Einnahmen aus den Rohölerlösen zu gering sind. Ecuador wird vermutlich die Ausfuhren deutlich steigern, auch wenn man betont hatte, dass man weiterhin bemüht sei den Ölpreis zu stabilisieren. Dies verheißt also keinen preisstützenden Effekt für den Rohölpreis. Tendenziell ist eher das Gegenteil der Fall.

Heute Morgen bleiben die Ölpreise erstmal stabil. Brent notiert augenblicklich bei 59,32 US-Dollar pro Barrel und die Sorte WTI kostet 54,22 US-Dollar pro Barrel. Nachgelassen hat der durchschnittliche Heizölpreis in Deutschland. Im Bundesdurchschnitt kosten 100 Liter Heizöl heute 70,05 Euro.

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