Roh- und Heizölpreise mit Abwärtsbewegung

In seiner UN-Rede dämpfte der US-Präsident jegliche Hoffnung auf ein Ende des Handelsstreits mit China. Doch einen Tag später sieht es anders aus.

26.09.2019 | Franziska Berg

 

Noch am Dienstag übte US-Präsident Donald Trump harsche Kritik an den Handelspraktiken Chinas. Er forderte Veränderungen und betonte, keinen schlechten Deal akzeptieren zu wollen. Der Inhalt eines möglichen Abkommens sei ihm wichtiger als eine schnelle Lösung. Entsprechend schwand die Hoffnung auf eine baldige Beilegung der Handelsstreitigkeiten. Einen Tag später sah es anders aus. Gestern erklärte Trump, es könne schneller zu einem Deal kommen als gedacht. China wolle unbedingt ein Abkommen erreichen, habe bereits den Kauf von Rind- und Schweinefleisch angekurbelt. Hinsichtlich des Handelsstreits ändert sich die Impulslage täglich, sodass die Unsicherheit am Markt bestehen bleibt.

 

Anstieg der US-Ölvorräte bestätigt

In der vergangenen Woche sind die US-weiten Bestände an Rohöl und Benzin gestiegen. Davon gehen sowohl das American Petroleum Institute (API) und das US-amerikanische Department of Energy (DOE) aus. Analysten hatten im Vorfeld keine Abbauten erwartet. Dennoch übertraf das DOE gestern noch die Erwartungen des DOE. Die US-Rohölvorräte seien um 2,4 Millionen Barrel gewachsen, etwa eine Million Barrel mehr als vom API gemeldet. Trotz des Anstiegs befinden sich die Rohölvorräte laut DOE im Fünfjahresdurchschnitt für diese Zeit des Jahres. Dementgegen hat das DOE bei den Benzinvorräten geringere Aufbauten verzeichnet als das API. Um maximal 500.000 Barrel seien sie gestiegen. Deutlich gesunken sind beiden Einrichtungen zufolge nur die Bestände an Destillaten, um drei Millionen Barrel laut DOE.

 

Saudi-Arabien steigert Output überraschend zügig

Eineinhalb Wochen nach dem Drohnenangriff auf den größten Raffineriekomplex Saudi-Arabiens hat sich die nationale Ölproduktion offenbar wieder normalisiert. Die staatliche Ölfördergesellschaft Saudi Aramco hatte sich bereits vor einigen Tagen zuversichtlich geäußert. Man war sicher, die Produktion bis Ende des Monats auf elf Millionen Barrel zu steigern. Aus Insiderkreisen heißt es nun, die Marke von elf Millionen Barrel pro Tag sei schon jetzt geknackt worden. Eine offizielle Bestätigung durch Saudi Aramco blieb bislang aus. Die Hinweise auf eine stabile Versorgungslage belasten die Rohölpreise heute. Die Referenzsorten tendieren auf ihren niedrigsten Ständen seit eineinhalb Wochen abwärts. WTI wird bei 56,38 US-Dollar gehandelt. Ein Barrel der Nordseesorte Brent kostet indes 62,32 US-Dollar. Die Heizölpreise geben heute ebenfalls weiter nach. Erstmals seit eineinhalb Wochen fallen sie unter die Marke von 70 Euro. Im Deutschlanddurchschnitt kosten 100 Liter Heizöl aktuell 69,76 Euro.

 

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