Rohölpreis zu Wochenbeginn schwach

Die USA haben neue Strafzölle gegen China angekündigt. Diese belasten nun die Rohölpreise zu Wochenbeginn. Risiken rund um den Iran bleiben im Hintergrund.

05.08.2019 | Robby Erkmann

Trump twitterte bereits letzte Woche, dass neue Strafzölle auf chinesische Waren ab September etabliert werden. Dann sollen Waren im Wert von weiteren 300 Mrd. US-Dollar mit 10 Prozent Strafzoll sanktioniert werden. Gleichzeitig sprach Trump davon, die Gespräche über das Handelsabkommen während dieser Zeit fortführen zu wollen. Die derzeitige Debatte in den Gesprächen involviert die Agrar-Exporte stark. Diese Exporte sind so wichtig, da in dieser Branche viele Wählerstimmen für Trump im Präsidentschaftswahlkampf verloren werden können. Er wirft China aktuell vor, dass diese sich nicht an eine Abmachung halten, große Mengen US-Agrarprodukte zu kaufen.

Die Bank of America Merrill Lynch hat Stellung zu den neusten US-Sanktionen genommen. Demnach können die Strafzölle auf chinesische Waren, die Nachfrage nach Rohöl um bis zu 500.000 B/T reduzieren. Damit einhergehend warnte die Bank vor einen immer stärker werdenden Protektionismus, der die weltweite industrielle Produktion abschwächt und die Konjunktursorgen stärkt. Zugleich erklärte die Bank, dass das Ölnachfragewachstum so schwach ist, wie seit fast 10 Jahren. Der Handelskonflikt zwischen China und den USA ist damit der maßgebliche Faktor, wenn es um die Beeinflussung der Rohölpreise geht. Der Markt erwartet weiterhin aus den USA ein starkes Angebotswachstum der Rohölförderung. Die Citigroup und JPMorgan Chase erklärten für das nächste Jahr ein Fortsetzen der bisherigen Marktentwicklung. Im Jahr 2020 soll das Rohölangebot um etwa 1,0 Mio. B/T stärker wachsen, als die Rohölnachfrage.

Ignorieren der Iranentwicklung

Nach wie vor wird der Irankonflikt vom Markt im Moment weitestgehend außer Acht gelassen. Schon letzte Woche hat der Iran abermals einen Öltanker in der Straße von Hormus beschlagnahmt. Dabei soll es sich um einen irakischen Frachter handeln, welcher nur 4.400 Barrel iranisches Rohöl geladen hat. Insofern handelt es sich vielmehr um einen Disput zwischen den beiden Ländern. Marktexperten halten einen direkten militärischen Konflikt nach wie vor für unwahrscheinlich. Das erklärt den schwachen Einfluss auf die Rohölpreise. Denn die Nachfragesorgen wirken den angebotsseitigen Sorgen entgegen, da selbst mit einer zunehmenden angebotsseitigen schlechteren Versorgung, nicht zwangsläufig eine schlechtere weltweite Versorgungslage am Markt herrscht.

Die Nordseesorte Brent kostet heute Morgen bei 60,96 US-Dollar pro Barrel und liegt aktuell etwa 0,3 Prozent tiefer. Die Sorte WTI wird im Moment für 54,93 US-Dollar pro Barrel gehandelt und liegt fast 0,5 Prozent unterhalb der Tageseröffnung. Der durchschnittliche Heizölpreis in Deutschland beträgt heute 68,50 Euro pro 100 Liter und ist damit niedriger, als letzte Woche Freitag.

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