Rohölpreise bleiben unruhig

Neues Jahr, gleiche Probleme. Die Ölpreise finden weiterhin kein Preisniveau oder Trend, der es zumindest kurzfristig möglich macht Vorhersagen zu treffen.

08.01.2019 | Robby Erkmann

Experten und Analysten tun sich schwer zuverlässige Prognosen abgeben zu können. Der Anstieg der letzten Tage kann schnell wieder verfliegen. Gestern gingen die Rohölpreise noch mit einem leichten Plus aus dem Handel und heute starten diese mit einem Minus in den Tag. War es das nun mit den Aufwärtstendenzen? Schwer zu sagen. Die US-Wochenzahlen waren sehr bearish, sind aber auch durch die Feiertage und den Jahreswechsel auch verzehrt. Die Gesamtnachfrage nach Ölprodukten nahm stark ab und lag bei 19,1 Mio. B/T. Die Destillat- und Benzinbestände nahmen dagegen stark zu um jeweils 9,5 und 6,9 Mio. Barrel. Die US-Rohölförderung blieb konstant auf dem Rekordniveau von 11,7 Mio. B/T. Dieses Jahr dürfte die US-Rohölförderung erneut ein neues Rekordhoch erreichen, da die Expansion der Schieferölförderung weitergeht und auch die Transportkapazitäten ausgebaut werden.

So bleibt der Start in das Neue Jahr mit vielen Fragezeichen bestehen. Der niedrige Rohölpreis bietet trotz gesenkter Prognosen noch Spielraum für eine Erholung. Andererseits haben bearishe Nachrichten eine große Wirkung, da die Rohölbestände weltweit nicht so stark gesunken sind, wie befürchtet. Getrieben wird dieser Effekt von einem weiter abnehmenden weltweiten Wirtschaftswachstum. Die Konjunktur wird von vielen Analysten als schwach eingeschätzt, die dann die Rohölnachfrage abschwächt und die Versorgungsituation verbessert.

Saudis planen mit 80 US-Dollar

Saudi-Arabien hat dieses Jahr steigende Haushaltsausageben von 7 Prozent eingerechnet. Daher benötigt das Königreich mehr einnahmen aus den Rohölexporten. Deshalb intensiviert Saudi-Arabien auf eigener Faust seine Kraftanstrengungen, um die Rohölpreis in die Höhe zu treiben. Im Januar sollen demnach nur noch 7,1 Mio. B/T exportiert werden. Das wäre ein Rückgang um 0,8 Mio. B/T im Vergleich zu den Werten aus November 2018. Dadurch sollen die Rohölpries auf f80 bis 85 US-Dollar steigen, wobei der Staatshaushalt sogar erst bei 95 US-Dollar pro Barrel ausgeglichen sein soll. Die Probleme Saudi-Arabiens setzen sich also auch im Jahr 2019 fort. Der Umbau der saudischen Wirtschaft, weg von der Abhängigkeit des Rohöls kostet enorm viel Geld. Zudem werden höhere Rohölpreise auch stets die Exploration in anderen Ländern vorantreiben. Insbesondere die USA mit der Schieferölindustrie profitieren davon. Eine steigende Rohölförderung hemmt wiederrum den Effekt, des verknappten Rohölangebots durch Saudi-Arabien. Ein gelingen dieses Vorgehen ist zum jetzigen Zeitpunkt nicht garantiert, da zu viele nicht ab wägbare Unsicherheiten im Markt sind.

Der Preis für ein Barrel WTI liegt heute Morgen bei 48,53 US-Dollar pro Barrel. Die Nordseesorte Brent kostet 57,39 US-Dollar pro Barrel. Beide Werte starten heute mit einem Minus in den Tag. Der durchschnittliche Heizölpreis in Deutschland ist leicht teurer, als gestern. 100 Liter Heizöl kosten im Bundesdurchschnitt 66,19 Euro.

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