Rohölpreise stehen unter Druck

Wie zuletzt regelmäßig der Fall konnte sich eine Aufwärtsbewegung am Markt nur kurz etablieren. Auch heute stehen die Ölpreise wieder im Minus.

13.09.2019 | Robby Erkmann

Die Aufwärtsbewegung vom Wochenanfang ist daher wieder vergessen. Experten haben die neusten Markteinschätzungen betrachtet, die allesamt preismindernd zu interpretieren waren. Die IEA hat in Paris ebenfalls Stellung zur mittelfristigen Situation genommen. Für das erste Halbjahr 2020 beträgt der Bedarf an Rohöl von der OPEC 1,4 Mio. B/T weniger, als die Ölförderung der Länder entsprechen wird. Die aktuelle Strategie und Umsetzung der Kürzung bedarf daher einer grundlegenden Änderung. Marktteilnehmer hoffen indes, dass diese Impulse durch den neuen Ölminister Saudi-Arabiens angestoßen werden. Während der Energiekonferenz in Saudi-Arabien hat Ölminister bin Salman insbesondere die OPEC-Mitglieder Nigeria und Irak in die Pflicht genommen. Beide Staaten förderten zuletzt 300.000 B/T mehr, als es das OPEC-Förderabkommen vorsieht. Zugleich fördert auch Russland, als erweitertes OPEC-Mitglied, mehr Rohöl als vereinbart worden ist. Zuletzt soll Russland noch 11,27 Mio. B/T Rohöl gefördert haben. Zur Einhaltung des Abkommens wären 11,19 Mio. B/T notwendig. Die Umsetzung zur Einhaltung der Kürzungen hatte Russlands Energieminister Nowak neuerdings zugesagt.

USA verschieben Sanktionen

Die US-Regierung hat die Einführung der neuen Sanktionen gegen China um 2 Wochen verschoben. China reagiert ebenfalls besonnen und gewährt vorerst auch Ausnahmen. Dies lässt abermals die Hoffnung aufkeimen, dass sich beide Staaten in einem positiv verlaufenden Dialog befinden, welcher ein Handelsabkommen in Zukunft möglich machen könnte. Eine Umfrage von Reuters ergab, dass 80 Prozent bei einer Befragung von 60 Ökonomen mit keiner Annäherung im Handelsstreit bis Ende nächsten Jahres rechnen.

Unterdessen sind die USA zum größten Rohölexporteuer der Welt aufgestiegen. Neuste Daten besagen eine Exportmenge von über 9 Mio. B/T für den Monat August. Damit hätten die USA die Mitstreiter Russland und Saudi-Arabien endgültig übertroffen. Dabei haben die USA ihr Förderwachstum in der Schieferölindustrie nichtmals vollends ausgeschöpft. Bis Ende des laufenden Jahres solle die US-Förderung auf insgesamt 13,0 Mio. B/T steigen. Auf den heutigen Stand bezogen entspräche dies einer Steigerung von zusätzlichen 0,7 Mio. B/T.

Die Ölpreise liegen heute demnach deutlich im Minus. Brent kostet aktuell 59,89 US-Dollar pro Barrel. Die US-Sorte WTI notiert im Augenblick bei 54,71 US-Dollar pro Barrel. Der durchschnittliche Heizölpreis liegt heute bei 69,59 Euro pro 100 Liter und damit deutlich unter dem gestrigen Niveau.

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