Rohölpreise unverändert

Bisher bleibt es ruhig am Ölmarkt, auch wenn Zweifel an der Glaubwürdigkeit Saudi-Arabiens aufkommen, ist man aktuell noch zuversichtlich.

24.09.2019 | Robby Erkmann

Zuversichtlich insofern, als dass Saudi-Arabien tatsächlich die Rohölförderung wieder schnell Richtung Normalniveau anheben kann. Kaum wurden Zweifel durch Zulieferer laut, dass die Ersatzteile streckweise mehrere Wochen bis zur Lieferung benötigen oder sogar noch länger, gibt es neue Insiderinformationen. Demnach konnten bereits 75 Prozent der betroffenen Fördermenge wiederhergestellt werden. Gesichert ist diese Information nicht und muss daher mit Argusaugen betrachtet werden.

Frankreich, Großbritannien und Deutschland haben sich den USA angeschlossen und offiziell den Iran für diese Attacke beschuldigt. Die Huthi-Rebellen können demnach nicht in der Lage gewesen sein technisch eine so präzise Attacke durchzuführen. Gleichzeitig betonte man, dass man weiterhin zum Atomabkommen stehe. Premier Johnson forderte allerdings das Aushandeln eines neuen Atomdeals mit dem Iran. Die USA hatten diesen Deal letztes Jahr aufgekündigt, da diese der Meinung waren, der Iran umgehe die Sanktionen und halte sich nicht an die Abmachungen.  Die USA erklärten zuletzt, dass man belastende Satellitenaufnahmen auf einer iranischen Luftwaffenbasis aufgezeichnet hat. Zudem ergebe die Flugbahn eindeutig, dass die Flugkörper von iranischem Territorium abgeschossen wurden. Es stellt sich daher weiterhin die Frage wie die Reaktion der USA und Saudi-Arabien ausfallen. Der Iran hat seit Mai immer weitere Provokationen unternommen und die Region in eine neue unsichere Situation geführt.

Nachfrage bleibt gedämpft

Das Spannungsfeld im Nahen Osten und die Risikoprämie am Markt werden durch die aktuelle konjunkturelle Lage der Weltwirtschaft gedämpft. Das trübt auch die Erwartung für die Rohölnachfrage ein. Der Einkaufsmanagerindex für die Eurozone und Deutschland fielen eher negativ aus und waren im Vorhinein besser erwartet worden. Zudem bleiben die Verhandlungen über ein Handelsabkommen zwischen den USA und China schleppend. Präsident Trump bekräftigte, dass es keinen Anlass gibt unbedingt vor den Präsidentschaftswahlen 2020 ein Abkommen auszuhandeln. Eine terminliche Fixierung für die angesetzten Verhandlungen im Oktober gibt es derweil auch noch nicht.

So heben sich bullishe und bearishe Meldungen weitestgehend auf, sodass die Ölpreise aktuell wenig verändert sind. Brent und WTI notieren leicht im Minus. WTI kostet aktuell 58,08 US-Dollar pro Barrel und die Nordseesorte Brent notiert jüngst bei 64,06 US-Dollar pro Barrel. Der durchschnittliche Heizölpreis liegt in Deutschland heute bei 71,43 Euro pro 100 Liter und ist damit leicht niedriger als gestern.

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