Rohölpreise verteidigen Preisniveau

Die überkaufte Konstellation bot gestern Potential für Gewinnmitnahmen. Diese blieben jedoch aus, sodass die Notierungen auf dem 4-Monatshoch bleiben.

22.03.2019 | Robby Erkmann

Am Markt herrscht aktuell eine rege Diskussion über den Verlauf der US-Wirtschaftssanktionen gegen den Iran. Japan hat nun alle beschlossen ab April keine Importe aus dem Iran zu tätigen. Grund ist, dass die Ausnahmegenehmigungen bis Mai laufen, aber der Transportweg der Importe etwa 4 Wochen benötigt. Daher sei ein Stopp bereits im April notwendig. Zwar befinde sich die Regierung Tokios in Gesprächen mit den USA, jedoch ohne bisherigen Erfolg. Eine Verlängerung der Ausnahmen ist wohl nicht unwahrscheinlich, wenn sich Japan bereit erkläre, die Importmengen zu reduzieren. Zuvor hatten wir davon berichtet, dass die USA die Rohölexporte des Irans mit Beginn der neuen Ausnahmegenehmigungen um weitere 20 Prozent senken wollen. Bei Wiedereinführung der Wirtschaftssanktionen gegen dem Iran war das Ziel der USA, die Exporte auf null zu drücken. Dieses Ziel erwies sich schnell als unrealistisch und wurde verworfen.

Dagegen hat der Irak die USA von einer neuen Ausnahmegenehmigung überzeugen können. Das Problem der Iraks ist es, dass die Strom- und Gasversorgung vom Iran abhängig ist und sich bisher keine alternativen Lieferanten gefunden haben. Daher wurden die Ausnahmegenehmigungen ohne Anpassung der Konditionen für weitere 90 Tage genehmigt. Dennoch sollten die Marktteilnehmer davon ausgehen, dass der Markt mit den neuen Ausnahmegenehmigungen etwas mehr verknappt wird, als zuvor. So ist diese Entwicklung auch ein Faktor, der die Rohölpreise stützt und dafür sorgt, dass diese kaum nachgeben.

Kurzfristiger Ausblick

In den nächsten Wochen wird der Blick auf die Handelsgespräche der USA und China gerichtet sein. Im Moment sieht vieles nach einer baldigen Einigung aus. So geben Insider an, dass ein Abkommen für Ende April unterschriftsreif sein kann. Das würde den Markt und das Wirtschaftswachstum ungemein beruhigen. Allerdings bremst US-Präsident Trump die Erwartungen. Selbst mit einem Abkommen werde man die aktuellen Strafzölle vorerst aufrechterhalten, um zu überprüfen, ob sich China an das dann unterzeichnete Abkommen wirklich halte. Dennoch stehen die Ampel auf Grün und dieser Unsicherheitsfaktor wird wohl bald der Vergangenheit angehören.

Dann wird der Markt gespannt auf Äußerungen zum nächsten OPEC-Treffen im Juni blicken. Hier ist eine Tendenz leicht absehbar. Denn Saudi-Arabien wird weiterhin einen Hardliner weg einschlagen wollen und den Markt deutlich verknappen. Ob wiederrum alle Mitglieder mitspielen werden, bleibt abzuwarten. Zuletzt war dies stets der Fall, aber all das was die OPEC weniger fördert wird quasi durch andere Marktteilnehmer aufgehoben, allen voran die USA. Somit gehen den Mitgliedern nach und nach Marktanteile verloren. So ist zu erwarten, dass die Rohölpreise in etwa das Niveau halten. Schwankungen nach oben und unten sind möglich, werden sich aber im Rahmen halten.

Heute Morgen stehen die Rohölpreise leicht im Minus. WTI kostet im Moment 59,52 US-Dollar pro Barrel. Die Nordseesorte Brent wird aktuell für 67,40 US-Dollar pro Barrel gehandelt. Der durchschnittliche Heizölpreis in Deutschland liegt heute bei 69,04 Euro pro 100 Liter und hat sich nach der gestrigen Steigerung wieder leicht reduziert.

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