Ruhiger Wochenausklang

Obwohl der Markt als bullish eingeschätzt wird, bleiben die Rohölpreise auch heute ohne merkliches Aufwärtspotential in der Spanne der letzten Tage.

01.03.2019 | Robby Erkmann

Gestern wurde die Stimmung an den Ölbörsen durch neue Konjunkturdaten aus China gedrückt. Hier wurde ersichtlich, dass sich der Einkaufsmanagerindize für den Industriesektor weiter abgeschwächt hat und unter weiterhin unter der Wachstumsmarke von 50 Punkten rangiert. Das gibt neues Futter für die Sorge, einer sich abschwächenden Industrieaktivität und einer geringeren Ölnachfrage. Außerdem reagiert der Markt äußerst sensibel auf Kommentare zur Entwicklung der Handelsgespräche zwischen den USA und China. Der US-Handelsrepräsentat Robert Lighthizer erklärte, dass die Probleme zwischen beiden Staaten immer noch sehr ernst sind. Daher bedarf es mehr, als ein Versprechen der chinesischen Regierung, mehr US-Güter zu importieren. Ein florierender Handel zwischen beiden Staaten ist nach wie vor wichtig für das weltweite Wirtschaftswachstum und eine steigende Rohölnachfrage. Daher sind diese Neuigkeiten belastend für die Ölpreise.

Zu diesen preismindernden Nachrichten gesellte sich dann noch die neuste Umfrage der Nachrichtenagentur Reuters unter 36 Ökonomen. Daraus ging hervor, dass die meisten Befragten Experten keinen starken Preisanstieg der Ölpreise für das Jahr 2019 erwarten. Gleichzeitig rutschte auch die durchschnittliche Preiserwartung der Experten leicht nach unten ab. Diese beträgt aktuell 66,44 US-Dollar für die Sorte Brent.

OPEC-Kürzungen sind extrem hoch

Im Dezember 2018 beschloss die OPEC etwa 0,8 Mio. B/T von Markt zu nehmen, damit die Rohölpreise steigen und am Markt sich ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Angebot und Nachfrage einspielt. JBC Energy hat nun die Kürzungen der OPEC analysiert. Im Februar wurde durch die OPEC-Staaten 550.000 B/T weniger Rohöl produziert. Davon fielen 330.000 B/T auf dem Iran und Venezuela, die von den Kürzungen ausgenommen wurden, da die dortige Ölförderung ohnehin sehr niedrig war. Durch diese unvorhergesehenen Ausfälle beider Staaten und der außergewöhnlichen starken Förderkürzung durch Saudi-Arabien liegt die Einhaltungsquote aktuell bei 275 Prozent oder etwa 2,2 Mio. B/T niedriger im Vergleich zum Oktober 2018.

Daher ist es bemerkenswert, dass die Ölpreise weiterhin so standfest sind und auf moderatem Niveau bleiben. WTI kostet heute Morgen 57,40 US-Dollar pro Barrel und Brent notiert im Moment bei 66,30 US-Dollar pro Barrel. Der durchschnittliche Heizölpreis bleibt ebenfalls ohne große Veränderung. 100 Liter Heizöl kosten im Bundesdurchschnitt heute 69,33 Euro.

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