Sanktionen belasten den Ölpreis

Der Rhetorik im Handelsstreit nimmt von Seiten Trumps immer härtere Züge an. Das belastet die Konjunktur und drückt sogleich den Rohölpreis.

13.05.2019 | Robby Erkmann

Trump hat nun gedroht gar keine Geschäfte mehr mit China abwickeln zu wollen, wenn die Chinesen nicht zu den Bedingungen der USA ein Handelsabkommen unterzeichnen. Die USA importieren jährlich Waren im Wert von etwa 540 Mrd. US-Dollar. Diese nun einfach in den USA herstellen zu wollen, die zugleich nicht konkurrenzfähig in den USA hergestellt werden können, ist natürlich utopisch. Wahrscheinlich dienen die harten Worte mehr als Drohgebärden. Der Handelskonflikt wird schon über 1 Jahr ausgetragen und ein Ende ist derzeit nicht absehbar. Die letzte Verhandlungsrunde in Washington ging am Freitag ergebnislos zu Ende. China hat nun US-Vertreter nach Peking eingeladen, doch bestätigt wurde ein zukünftiger Termin noch nicht.

Die Folgen der Strafzölle zahlen vor allem die US-Bürger. Die Unternehmen geben die Mehrkosten durch die Zölle mehrheitlich direkt an die Endverbraucher weiter. Das setzt Präsident Trump weiter unter Druck zu einem Ergebnis zu kommen. Denn der Wahlkampf steht vor der Tür und derartige Auswirkungen machen sich unter den Wählern nicht gut. Einzig positiv ist die Entwicklung für den Rohölpreis, der aufgrund des schlechteren Wirtschaftswachstums für die Endverbraucher belastet wird.

Sanktionen bereits eingepreist

Auch an anderer Seite sind die USA maßgebend an Konflikten beteiligt. Die Sanktionen gegen Venezuela und dem Iran verknappen die Rohölversorgung seit Monaten. Eine stetige Aufwärtsbewegung können die Rohölpreise seitdem nicht verzeichnen. Das spricht dafür, dass die Risikoaufschläge bereits im aktuellen Preisniveau enthalten sind. Für die US-Wahlen kann die Entwicklung der Konflikte durchaus eine Rolle spielen, da Trumps harte Rhetorik bisher kaum zu Ergebnissen führt.
Dagegen ist der Konflikt in Libyen mit großen Sorgen für den Ölmarkt belegt. Bisher kann die dortige Ölförderung von etwa 1,1 Mio. B/T stabil gehalten werden. Doch sollte die Rohölförderung stark einbrechen, kann der Markt die Versorgungslücke aktuell nicht schließen. Um dieses Risiko zu beseitigen, müsste die OPEC bei der Vollversammlung im Juni die Förderkürzungen anpassen. Genug Reservevolumen ist wohl vorhanden, da Kapazitäten in der Vergangenheit aufgebaut wurden.

Allgemein liegen die Rohölpreise heute auf dem Niveau der letzten Woche. Brent kostet heute Morgen 71,07 US-Dollar pro Barrel. Die Sorte WTI liegt aktuell bei 61,81 US-Dollar pro Barrel. Der durchschnittliche Heizölpreis in Deutschland ist auch heute im Bereich des Jahreshoch und liegt bei 71,64 Euro pro 100 Liter.

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