Saudi-Arabien feuert Ölminister

Kalih al-Falih ist nicht länger im Amt. Nun ist ein Sohn von König Salman in dieser Position tätig. Die Ölpreise verteidigen das Preisniveau vorerst.

09.09.2019 | Robby Erkmann

Eine Entscheidung mit Strahlkraft und einem deutlichen Zeichen wurde in Saudi-Arabien getroffen. Übernehmen wird diesen Posten der vierte Sohn von König Salman. Prinz Abdulaziz ist seit 1980 im Energieministerium tätig und bringt durchaus Kenntnisse zu dieser Thematik mit. Dennoch wird diese Entscheidung den Markt vorerst in Aufruhe versetzte. Unklar ist, ob es eine Kehrtwende in Energiepolitik des Landes gibt. Die Zeiten in denen Saudi-Arabien und die OPEC der restlichen Welt die Ölpreise quasi vorschreiben konnte sind nämlich vorbei. Einst sorgte das Lieferembargo 1973 gegen den Westen für die erste Rezession in Deutschland seit dem Wiederaufbau. Nun steht Saudi-Arabien aber auch andere Länder mit dem Rücken zur Wand. Der Rohölpreis liegt seit Anfang des Jahres bei 60 bis 70 US-Dollar. Tendenzen Richtung 80 US-Dollar gibt es derweil keine. Genau das ist das Problem. Ohne diesen Ölpreis fehlt es massiv an Geld in den OPEC-Staaten. Allen voran Saudi-Arabien benötigt Gelder, damit die Wirtschaft umgebaut werden kann und weniger abhängig ist von der Rohölförderung. Dafür ist nach wie vor geplant den staatlichen Ölkonzern an die Börse zu bringen, um frisches Geld zu bekommen. Es gab bereits mehrere Terminverschiebungen, da man Angst hatte nicht die gewünschte Bewertung zu erzielen. So hoffte man wohl, dass der Ölpreis dieses Jahr sich freundlicher entwickeln würde. Dieses Ziel wurde klar verfehlt. Es stellt sich die Frage, ob es nur Verfehlungen der OPEC sind?

Probleme sind globaler Natur

Hier muss ein Blick in die USA getätigt werden. Betrachtet man den Zeitraum seit 2014, wurde bis heute die Rohölförderung in den USA von 8 Mio. B/T auf über 12 Mio. B/T gesteigert. Marktbeobachter schätzen, dass bereits Ende des Jahres das Förderniveau bei 13 Mio. B/T liegt. Zudem haben die Staaten Russland, Kanada und Brasilien ihre Rohölförderung in den letzten Jahren stark ausgebaut. Zudem wird es allein durch die Energiewende zu einem schwächeren Ölnachfragewachstum kommen. Zum anderen schwächt sich im laufenden Jahr die Konjunktur bedeutend ab und nimmt so negativen Einfluss auf die Rohölnachfrage. Es wird daher extrem spannend sein, welche Entscheidung die OPEC im März trifft, wenn das Förderabkommen ausläuft.

Der durchschnittliche Heizölpreis in Deutschland ist im Vergleich zu Freitag gesunken. Heute kosten 100 Liter Heizöl 67,47 Euro und somit fast einen Euro weniger. Der Rohölpreis ist trotz der Neuigkeiten nicht nach Oben geschossen, konnte aber zumindest sein Preisniveau halten. WTI kostet im Moment 56,84 US-Dollar pro Barrel und die Nordseesorte Brent wird jüngsthin für 61,89 US-Dollar pro Barrel gehandelt.

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