Saudi-Arabien ist machtlos

Immer wieder kündigt die saudische Regierung an noch mehr Rohöl vom Markt zu nehmen. Der erhoffte Effekt konnte sich bisher noch nicht einstellen.

13.03.2019 | Robby Erkmann

Daher blieb eine Preisrallye auch gestern aus. Zwar konnten die Preisnotierungen an den Börsen erst zulegen, doch genauso schnell war der Effekt wieder verpufft. Im späten Handelsverlauf konnten die Widerstände nach oben nicht durchbrochen werden und die Notierungen fielen wieder ab. Das wird der saudischen Regierung nicht gefallen, denn noch offensiver könnte man die Kürzungen kaum betreiben. Immerhin ist Saudi-Arabien von den Erlösen aus dem Rohöl abhängig. Der BP Chef, Bob Dudley blickt weiterhin gelassen in die Zukunft, wenn er an die Rohölpreise denkt. Demnach wird der Rohölpreis im laufenden Jahr auf dem aktuellen Niveau bleiben. Er sieht die Rohölpreise in einer Spanne von 50 bis 70 US-Dollar pro Barrel. Der Markt kann mitunter auch sehr volatil werden, da es einige geopolitische Unsicherheiten gibt. Hier nennt Dudley, die Krise in Venezuela, sowie das Vorgehen der USA gegenüber dem Iran. Bald haben die USA über die Ausnahmegenehmigungen für die Rohölexporte des Irans zu entscheiden. Sollten diese gekippt werden, würde der Markt stärker verknappt werden. Allerdings kann eine Entspannung des Konfliktes zwischen den USA und dem Iran die Rohölversorgung verbessern.

Es zeigt sich also, dass Saudi-Arabien allein kaum die Rohölpreise nach oben treiben kann. Verbraucher sollten daher im Moment keine Angst haben vor sehr stark steigende Rohölpreise.

Lage in Venezuela immer dramatischer

In Venezuela fiel teilweise über eine Woche der Strom aus, da es Probleme an einem Staudamm gab, der für zweidrittel der Stromversorgung zuständig ist. Dieser Umstand hat auch die Rohölindustrie hart getroffen. Am größten Exporthafen des Landes kann aktuell immer noch kein Rohöl umgeschlagen werden. Da die Lager sowieso sehr voll waren, musste die Rohölförderung weiter gedrosselt werden. Die IEA schätzt, dass im laufenden Jahr etwa 800.000 B/T weniger Rohöl durch Venezuela gefördert werden kann. Der US-Energieminister Rick Perry erklärte, dass die Rohölförderung in Venezuela nicht steigen werden kann, solange es kein Regierungswechsel gegeben hat. Gleichzeitig versprach Perry, dass die USA dem venezolanischen Volk helfen werde die Wirtschaft des Landes wieder aufzubauen, doch mit der aktuellen Regierung sei dieses Vorhaben äußerst schwierig.

Die Rohölpreise bleiben auch heute in der gewohnten Handelsspanne. WTI kostet im Moment 57,32 US-Dollar pro Barrel und die Nordseesorte Brent kostet 66,91 US-Dollar pro Barrel. Der durchschnittliche Heizölpreis in Deutschland liegt heute bei 69,45 Euro pro 100 Liter.

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