Saudi-Arabien kämpft um Vertrauen

Neuste Bericht zeigen, dass der staatliche Ölkonzern Saudi-Aramco im Ausland Ölprodukte einkauft, um damit dem heimischen Markt zu versorgen.

20.09.2019 | Robby Erkmann

Dieses Vorgehen wird notwendig, damit Saudi-Aramco seine Lieferverpflichtungen für ausländische Abnehmer einhalten kann. Demzufolge hat Saudi-Arabien den Irak um Öllieferungen über 20 Mio. Barrel gebeten haben. Damit soll der heimische Markt versorgt werden, um im Gegenzug die Exportverpflichtungen einhalten zu können. Saudi-Arabien ist sichtlich bemüht, die Auswirkungen in Grenzen zu halten, denn nach wie vor soll Aramco an die Börse gebracht werden. Für die Marktkapitalisierung erhofft man sich einen möglichst hohen Erlös. Für Marktteilnehmer ist dies ein eindeutiges bullishes Zeichen und lässt wieder die Sorgen steigen, dass die Rohölproduktion in Saudi-Arabien länger gestört bleiben wird, als bisher kommuniziert wurde. Die saudische Regierung sprach davon, dass bereits die Hälfte der betroffenen 5,7 Mio. Barrel wieder zur Verfügung stehen. Bis Ende September wurde angekündigt, die Rohölförderung wieder auf das Normalniveau zu bringen. Die neuste Entwicklung lässt also zurecht Zweifel auferstehen, an den Aussagen der saudischen Regierung.

Risikoprämie stützt Ölpreise

Derweil wird US-Außenminister Pompeo zitiert, dass Präsident Trump eine militärische Lösung vermeiden will. Daher werden bereits Gespräche mit Partnern geführt, wie man den Iran auf diplomatischer Ebene bestrafen kann. Die iranische Wirtschaft, allen voran die Ölindustrie ist bereits in der Gegenwart schwer von den US-Sanktionen getroffen. Der Iran betont unterdessen weiterhin, dass man keine Mitschuld an den Anschlägen trägt. Das Problem ist, dass die Huthi-Rebellen im Stellvertreterkrieg im Jemen von dem Iran unterstützt werden. Das macht eine Beteiligung des Irans sehr wahrscheinlich und genau dies will Saudi-Arabien beweisen. Ob Saudi-Arabien bei eindeutigen beweisen notfalls auch alleine, also ohne US-Unterstützung, einen Gegenangriff startet ist ungewiss. Verbündeter sind die USA und die hatten nach dem Anschlag direkt ihre Unterstützung zugesagt, wenngleich wohl bei den USA die Überzeugung für eine militärische Auseinandersetzung immer mehr schwindet.

Unterdessen hat die Militärallianz unter der Führung Saudi-Arabiens im Jemen eine Militäroperation gegen militärische Ziele der Huthi-Rebellen durchgeführt. Dabei sei es um die Zerstörung von Anlagen zum Bau von Seeminen und Sprengstoffbooten gegangen.

Die Ölpreise liegen im Moment 6 Prozent über den Notierungen vor einer Woche. Nach dem Preissprung am Montag, von teilweise 30 Prozent hat sich der Preis wieder etwas normalisiert. Angesichts der geopolitischen Lage ist mit weiteren Preisnachlässen kaum zu rechnen, sodass das aktuelle Niveau wohl gehalten werden dürfte. Momentan kostet Brent 64,83 US-Dollar pro Barrel. Die US-Sorte WTI wird heute Morgen für 58,67 US-Dollar pro Barrel gehandelt. Der durchschnittliche Heizölpreis liegt heute bei 71,99 Euro pro 100 Liter und notiert somit leicht oberhalb des gestrigen Durchschnittspreises.

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