Stabilisierung bei den Rohölpreise

Auch zu Wochenbeginn reagieren die Ölpreise weniger volatil als die Wochen zuvor. Die Annäherung zwischen China und den USA stützt das Preisniveau.

21.01.2019 | Robby Erkmann

Das Verhandeln auf beiden Seiten geht munter weiter. Für eine Einigung bleibt beiden zwar noch Zeit, doch offiziell gilt der Waffenstillstand, wo auf weitere Strafzölle verzichtet wird bis zum 1. März. Daher tun beide Seiten gut daran, die Gespräche fortzuführen. Nun ist Peking auf die USA zugegangen und hat angeboten den Handelsüberschuss gegenüber den USA bis 2024 auf null zu reduzieren. Das bedeutet, dass China in 6 Jahren Waren im Gesamtvolumen von etwa 1 Billion US-Dollar zusätzlich aus den USA importieren muss, den das Handelsdefizit der USA betrug im letzten Jahr 323 Mrd. US-Dollar. Das bewegt die USA dazu, über eine Lockerung oder Aufhebung der Strafzölle zu diskutieren. Nach der Meinung von dem US-Verhandlungsführer, Robert Lighthizer bleibt erstmal alles beim Alten, denn man wolle keine Schwäche zeigen. Ein Regierungssprecher der USA wies darauf hin, dass Trump daran aktuell kein Interesse hätte.
Alles im allem stehen die Zeichen wohl auf einen Kompromiss. Für die Rohölpreise ist das positiv zu sehen, denn das Wirtschaftswachstum wird dadurch potentiell gestärkt, womit wiederrum die Ölnachfrage steigen könnte und die Versorgungslager knapper werden kann. Mit einem Abkommen könnte eventuell auch das chinesische Wirtschaftswachstum angekurbelt werden. Laut neusten Zahlen lag das BIP Wachstum in China 2018 bei 6,6 Prozent. Das ist das schwächste Wachstum seit 1990. Eine Abschwächung der Konjunktur macht die Experten, nicht nur für China sorgen. Das letzte Jahr war auch für die Schwellenländer kein gutes Wachstumsjahr.

Wechsel der Machtverhältnisse

Sind die Ölpreisnotierungen im Augenblick stark von den geopolitischen Faktoren bestimmt, wie dem Handelsstreit in China, so könnte im Jahresverlauf eine Kehrtwende einsetzten. Mit abnehmenden Spannungen würde der Markt dann den Blick für die Produktionszahlen schärfen. Das Ölwachstum birgt dieses Jahr große Gefahren. Zwar drosselt das OPEC-Kartell seit Dezember die Rohölförderung, doch das Wachstum der Schieferölförderung in den USA geht ungebrochen weiter. Die USA sind letztes Jahr zum größten Ölproduzenten der Welt aufgestiegen und haben Saudi-Arabien, sowie Russland überholt. Die Internationale Energieagentur schätzt das US-Förderniveau im Durchschnitt auf 12,06 Mio. B/T für das laufende Jahr. Das wäre ein Anstieg von unglaublichen 1,18 Mio. B/T verglichen mit dem Durchschnittswert aus 2018.

So brauchen Autofahrer nach aktueller Lage wenig Befürchtungen haben, dass die Ölpreise auf 90 US-Dollar oder mehr pro Barrel ansteigen. WTI und Brent liegen heute Morgen leicht fester. Brent kostet pro Barrel 62,76 US-Dollar. WTI notiert bei einem Preis von 53,87 US-Dollar. Der durchschnittliche Heizölpreis in Deutschland liegt heute bei 67,11 Euro pro 100 Liter. Der deutsche Durchschnittspreis hält sich nunmehr schon über zwei Wochen im Bereich von 66 bis 68 Euro pro 100 Liter.

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