Starke US-Zahlen begrenzen Ölpreise

Trotz Sanktionen gegen Venezuela und einer weiteren Verknappung der Versorgungslage kommt der Rohölpreis nicht von der Stelle. Gründe dafür liefern die USA.

01.02.2019 | Robby Erkmann

Die EIA hat ihren neuen Monatsreport veröffentlicht. Darin gab es eine Überraschung über die US-Rohölförderung.  Im letzten Monatsreport hatte man die US-Rohölförderung für November 2018 auf 11,76 Mio. B/T geschätzt. Die endgültigen Zahlen haben nun ergeben, dass die USA in dem Monat 11,90 Mio. B/T an Rohöl gefördert haben. Das ist ein Anstieg von 345.000 B/T zum Monat Oktober 2018 gewesen. Die zusätzlichen Mengen, stammen aus dem Golf von Mexiko und den Schieferölgebieten in Texas. Somit kann man die zusätzlichen Mengen auch auf die folgenden Monate addieren. Daher dürfte die US-Ölförderung im Monat Februar bei etwa 12,00 Mio. B/T liegen. Das übertrifft die Zahlen des wöchentlichen DOE-Berichts.


Zugleich mildert das den bullishen Effekt der wöchentlichen DOE-Zahlen. Diese waren von einer konstanten Rohölförderung über 11,9 Mio. B/T ausgegangen. Die Rohölbestände in den USA nahmen leicht zu. Das liegt aktuell an der Tatsache, dass die Raffinerieauslastung saisonal auf niedrigem Niveau ist. Gleichzeitig nahmen die Ölimporte der USA um 7,8 Mio. Barrel ab. Die Rohölexporte dagegen sind nur um 0,6 Mio. Barrel gesunken. Ohne die veränderten Exporte wäre der Bestandsaufbau bei Rohöl viel höher ausgefallen. Die Destillat- und Benzinbestände sind aufgrund der niedrigeren Raffinerieproduktion gesunken. Die Nachfrage über allen Produkten hinweg lag in der vergangenen Woche bei 20,8 Mio. B/T und hat damit ein solides Niveau.

Mit den neuen Erkenntnissen der EIA zur US-Rohölförderung geben die Ölpreise heute deutlich nach. Brent liegt aktuell über 2 Prozent im Minus und kostet 60,60 US-Dollar pro Barrel. WTI liegt etwa 1 Prozent im Minus und liegt bei 53,47 US-Dollar pro Barrel. Der durchschnittliche Heizölpreis in Deutschland liegt heute bei 67,39 Euro pro 100 Liter.

Gespräche geraten ins Stocken

Die weicheren Ölpreise können auch mit den neusten Ergebnissen aus der Gesprächsrunde zwischen China und den USA in Verbindung stehen. Die neuste Verhandlungsrunde ist ohne nennenswerte Ergebnisse beendet worden. Beide Seiten sprachen wieder von einer positiven Entwicklung und Annäherung. Gleichzeitig gibt es auch noch große Differenzen, die überbrückt werden müssen. Hier ginge es unter anderem um die Öffnung des chinesischen Marktes. Die US-Regierung betonte, dass die Deadline am 2. März bestehen bleibt. Sollte bis dahin kein Ergebnis feststehen, werde es neue Zölle auf Güter im Volumen von 200 Mrd. geben. Die Befürchtung einer weiteren Eskalation setzt das Wirtschaftswachstum unter Druck und kann daher auch die Ölnachfrage deutlich reduzieren. Das wiederrum würde den Markt weniger knapp versorgt sein lassen.

 

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