Steigende Preise erwartet

Die Grundkonstellation ist bullish. Doch stiegen die Rohölpreise nur moderat an. Verbraucher sollten dennoch die Entwicklung des Preisniveaus beobachten.

31.01.2019 | Robby Erkmann

Die Auswirkungen der Lage in Venezuela und den damit einhergehenden US-Sanktionen ist noch nicht ganz auf dem Markt durchgeschlagen. Venezuela erwägt nun ein Force-Majeure für den US-Markt auszurufen. Damit würde sich Venezuela vor Forderungen aus Lieferausfällen seiner Abnehmer schützen, indem es sich auf höhere Gewalt beruft. Auswirkungen auf die Versorgungslage hat dies nicht, aber zeigt es doch, dass die Situation wohl länger angespannt bleiben wird. Nun müssen die USA die fehlenden Importmengen natürlich anderweitig beschaffen, damit die Raffinerien genug Rohöl zur Verarbeitung haben. Kurzfristig stehen Überlegungen an, die strategischen Reserven anzuzapfen. Die USA halten Reserven über den vorgegebenen Mindestmengen der IEA und können über den, übersteigenden Teil frei verfügen. Das kann kurzfristige Engpässe abfangen, auf Dauer braucht es aber eine andere Lösung.

Saudi-Arabien könnte die fehlenden Mengen über 0,5 Mio. B/T kompensieren. Die Reservekapazität liegt laut Schätzungen aktuell bei 1,4 Mio. B/T. Im letzten Jahr wurden die Kapazitäten ausgebaut, da man im Zuge der Wirtschaftssanktionen gegen den Iran von einer deutlich knapperen Versorgungslage ausging. Das Szenario ist nicht eingetroffen. Der Iran exportiert noch rund 1,3 Mio. B/T. Infolgedessen ist die Reservekapazität des saudischen Königreichs sehr hoch, da man weniger Ausfälle aus dem Iran kompensieren musste. Die USA wähnen sich in Sicherheit, dass Saudi-Arabien mit Rohöl aushelfen wird. Gespräche und Anmerkungen dazu gab es derweil noch nicht. Der Hebel von sinkenden US-Beständen würde die Ölpreise wohl deutlicher steigen lassen, als bisher. Saudi-Arabien könnte das als gutes Mittel sehen, die Ölpreise auf ein höheres Niveau zu drücken. Wie man sich letztendlich einigt werden dann die nächsten Tage oder Woche ergeben.

FED beruhigt die Märkte

Nach dem Meeting am Dienstag und Mittwoch hat die FED angekündigt, die Formulierung einer schrittweisen Anhebung der Zinssätze zu streichen. Das Wirtschaftswachstum wurde von stark auf solide herabgestuft. Damit steht dem US-Markt noch länger billiges Geld zur Verfügung. Insbesondere werde man in Zukunft die Wirtschaftslage berücksichtigen und daran die Entscheidungen koppeln. Damit ist die Angst der Analysten vor zu stark steigenden Zinsen im laufenden Jahr beseitigt.

Die neue Ausrichtung der FED ist stützend für die Ölpreise, da die niedrigen Zinsen gut für das Wirtschaftswachstum sind. Brent kostet heute Morgen 61,81 US-Dollar pro Barrel und WTI wird für 54,30 US-Dollar pro Barrel gehandelt. Der durchschnittliche Heizölpreis in Deutschland tut das, was er schon die letzten Wochen tat, er pendelt leicht auf und ab und liegt heute bei 67,22 Euro pro 100 Liter.

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