Stützende US-Zahlen verpuffen

Die wöchentlichen US-Zahlen können die Rohölpreise nicht verteuern. Dafür gibt es im Moment zu viele belastende Faktoren, die eingepreist werden.

08.02.2019 | Robby Erkmann

Wie es aussieht werden die Verhandlungen über ein Handelsabkommen mit China und den USA nicht vor dem 1. März zu einem Ergebnis führen. Das würde bedeuten, dass die angedrohten Strafzölle der USA im Warenwert von 200 Mrd. US-Dollar in kraft treten. Das ohnehin angeschlagene Wirtschaftswachstum würde dann einen zusätzlichen Dämpfer erleiden. Die Bank of England hat diesbezüglich ihre Warnungen intensiviert und vor einer länger und stärker andauernden Schwächephase der Wirtschaft gewarnt. Zur Unterzeichnung des Handelsabkommens zwischen China und den USA wollte sich US-Präsident Trump eigentlich noch vor dem Auslaufen der Deadline treffen. Dieses Treffen wurde nun aber abgesagt und wird nicht mehr vor Ende der Deadline stattfinden. Ein Wirtschaftsberater des Weißen Hauses sagte dazu, dass der Weg für ein Abkommen noch lang ist.

So konnten die gestern veröffentlichten US-Wochenzahlen wenig am Markt bewirken. Die Rohölbestände sanken nur leicht um 1,3 Mio. Barrel, da die Raffinerieauslastung zugenommen hat. Für die Jahreszeit ein eher ungewöhnlicher Zeitpunkt. Die Exporte stiegen um 6,5 Mio. Barrel und begünstigten somit die Abbauten bei den Beständen. Die Nachfrage nach Destillaten ist ungebrochen hoch. Daher sanken die Bestände um 2,3 Mio. Barrel. Das dürfte auch mit dem extremen Winter zu tun haben. Ebenfalls bullish ist die Gesamtnachfrage nach Ölprodukten, denn diese liegt bei 21,8 Mio. B/T auf einem sehr guten Niveau. Insgesamt wurden die US-Zahlen bullish vom Markt aufgenommen, doch die Gesamtsituation am Markt hat Preissteigerungen verhindert.

USA bringen NOPEC-Gesetz voran

Diese Gesetzt zielt darauf ab, den Einfluss der OPEC und Nicht-OPEC-Staaten zu verringern, indem man gegen die Preisabsprache mit Sanktionen und Strafen vorgeht. Ein Gesetz dazu könnte tatsächlich die Schlagkraft der OPEC verringern, wenn einzelne Mitgliedsstaaten der OPEC Sanktionen der USA fürchten. Auch diese Entwicklung beobachtet die Analysten und Experten und auch diese Entwicklung ist für die weltweite Versorgungslage mit Rohöl nicht unbedeutend. Zwar handelt es sich erst um ein Gesetzesentwurf, aber in den USA kann auch ein solcher Entwurf schnell verabschiedet werden, wenn Republikaner und Demokraten an einem Strang ziehen.

Brent kostet am heutigen Morgen 61,87 US-Dollar pro Barrel. Die Sorte WTI liegt bei 52,62 US-Dollar pro Barrel und hat in den letzten sieben Tagen fast 5 Prozent verloren. Der durchschnittliche Heizölpreis in Deutschland notiert heute bei 67,68 Euro pro 100 Liter und weiter in der Spanne der letzten Wochen.

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