Talfahrt wird fortgesetzt

Die Ölpreise stehen heute wieder unter Druck. Nach dem Preisschock durch die Anschläge in Saudi-Arabien kennt das Preisniveau nur den Blick nach unten.

30.09.2019 | Robby Erkmann

Die aktuellen Abwärtstendenzen resultieren nicht nur aus der schnellen Reparatur der zerstörten Ölanlagen in Saudi-Arabien. Bearish wirkt auch die Ölförderung des Iraks und Meldungen aus Kanada. Die Regierung in Kanada hat eine weitere Lockerung der Ölförderung beschlossen. In Alberta dürfen ab November 3,8 Mio. B/T Rohöl gefördert werden. Zuvor war die Produktion seit Januar auf ungefähr 3,5 Mio. B/T begrenzt worden. Kanada hat strukturelle Probleme, die in den USA unterdessen gelöst wurden. Die Ölförderung wurde zu schnell ausgebaut, sodass die Transportkapazitäten nicht ausreichen. Die Folge war ein heftiger Preisverfall der kanadischen Sorte. Daher wurde die Förderung von der Regierung gedrosselt. Eine Anhebung steht wohl dafür, dass die Transportkapazitäten nach und nach ausgebaut wurden.

OPEC steht sich selbst im Weg

Für eine Preisstabilisierung wurde das OPEC-Förderabkommen noch in der ersten Jahreshälfte dieses Jahres verlängert. Die Umsetzung ist aber nach wie vor unbefriedigend. Stattdessen sorgt der Irak dafür, dass ein neuer Förderrekord aufgestellt wurde. Im August hat die Ölproduktion demnach bei 4,97 Mio. B/T gelegen. Im Jahr 2015 hat der Irak noch rund 4 Mio. B/T Rohöl gefördert. Seitdem kam es Jahr für Jahr zu weitere Produktionsanhebungen. Dabei hat sich der Irak eigentlich dazu verpflichtet die Ölförderung zu begrenzen. Doch der Blick geht weiter nach vorne. Mit Ende dieses Jahres soll die Förderung auf über 6 Mio. B/T gesteigert werden. Dies birgt für eine kommende Verlängerung der OPEC-Förderkürzungen im nächsten Jahr erneut Probleme und Diskussionsbedarf.

Denn der Ausblick auch für die Weltwirtschaft bleib schwach. Die OECD erwartet das schwächste Wirtschaftswachstum seit Ausbruch der Finanzkrise. Die Industrieproduktion bleibt auf einem sehr niedrigen besorgniserregenden Niveau. Zu dem kommen die internationalen Handelskonflikte und Sanktionen, die das ohnehin schwache Wirtschaftswachstum nochmal deutlich abschwächen. Für das Jahr 2020 soll das Wachstum um 0,3 bis 0,4 Prozent vermindert werden, so die OECD.

Brent und WTI stehen daher heute Morgen unter Druck und verlieren an Wert. Brent kostet 61,34 US-Dollar pro Barrel. Die Sorte WTI notiert bei 55,51 US-Dollar pro Barrel. Der durchschnittliche Heizölpreis in Deutschland liegt dagegen heute höher als am Freitag. Im Bundesdurchschnitt kosten 100 Liter Heizöl 71 Euro.

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