Trump-Tweet stiftet erneut Verwirrung

US-Präsident Donald Trump veröffentlichte am Freitag eine Kurznachricht, die unter Marktteilnehmern Aufsehen erregt und den Blick auf die OPEC lenkt.

29.04.2019 | Franziska Berg

 

Noch genauer wird der Ölmarkt in nächster Zeit beobachten, wie sich die Produktion der OPEC entwickelt. Offiziell kürzen die Kartellmitglieder und externe Ölproduzenten wie Russland ihren Output noch bis Juni. Doch die verschärften Iransanktionen der USA stellen den Markt schon in den bevorstehenden Wochen vor eine Herausforderung. Mit einem Einbruch iranischer Ölexporte würde sich die internationale Verfügbarkeit um weitere Hunderttausende Barrel verknappen. Daher sieht das Weiße Haus die OPEC in der Pflicht, ausgleichende Mengen bereitzustellen. Diese Erwartungshaltung bestätigte US-Präsident Donald Trump am Freitag in einem Tweet. Er habe mit Saudi-Arabien und anderen über die Anhebung der Ölproduktion gesprochen. Alle seien sich einig. Trump deutet darauf hin, dass sich die OPEC tatsächlich zu einer Produktionssteigerung bereiterklärt hat. Weder das Kartell selbst noch Kartellmitglied Saudi-Arabien hat eine solche Strategieänderung bislang bestätigt. Vielmehr betonten die am OPEC-Abkommen beteiligten Staaten zuletzt ihre Kürzungsabsicht.

 

Russland steht zu Produktionskürzungen

Am Wochenende betonte Russlands Präsident Wladimir Putin, sein Land werde sich an die mit der OPEC vereinbarten Produktionskürzungen halten. Man werde die Förderung nicht über die abgesprochene Quote hinaus steigern. Das gelte unabhängig von knapper Versorgungslage und verschärften US-Iransanktionen. Dass die USA die Ausnahmeregelungen für acht iranische Handelspartner nicht verlängern werden, hat laut Putin keinen Einfluss auf die russischen Produktionszahlen.

Zuletzt hatte es aus Russland mehrheitlich kritische Töne zu den Produktionskürzungen gegeben. Hier will man zu hohe Ölpreise vermeiden, da sich diese nachteilig auf die Nachfrageentwicklung auswirkten. Zudem fürchtet man, zu viele Marktanteile an die USA zu verlieren. Umso bullisher wirkt, dass Russland hinter dem bis Juni laufenden Kürzungsabkommen steht. Angesichts zunehmend verknappter Marktsituation ist allerdings weiterhin ungewiss, welche Produktionsstrategie die OPEC ab Sommer verfolgen wird. Anzunehmen ist laut Analysten, dass das Kartell seinen Output anheben und wieder mehr Öl auf den Markt bringen wird. Die Rohölpreise fielen Ende vergangener Woche von Jahreshochs auf Monatstiefs, gingen um zwei bis drei US-Dollar zurück. Am Morgen tendieren die Referenzsorten unterhalb ihrer Schlusskurse vom Freitag seitwärts. WTI wird bei 62,85 US-Dollar gehandelt. Ein Barrel der Nordseesorte Brent kostet 71,66 US-Dollar. Vor dem Wochenende knackten die Heizölpreise oberhalb von 72 Euro ein neues Jahreshoch. Auf einem so hohen Niveau haben sich die Preise hierzulande zuletzt Anfang Dezember 2018 bewegt. Über das Wochenende hinweg konnten sie ihren Jahresrekord nicht halten, gaben um fast 80 Cent nach. Aktuell kosten 100 Liter Heizöl im Deutschlanddurchschnitt 71,72 Euro.

 

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