Türkeioffensive bereitet Sorgen

Die Rohölpreise waren gestern sehr volatil und sind infolge der Militäroffensiv der türkischen Regierung gestiegen, bevor es zur Normalisierung kam.

10.10.2019 | Robby Erkmann

Marktteilnehmer sind sehr besorgt darüber, was aktuell an der türkisch-syrischen Grenze geschieht. Die Türkei wird von allen Seiten für das aktuelle Vorgehen stark kritisiert. Dennoch begann der Militäreinsatz im Nordosten Syriens. Erdogan verteidigt das Vorgehen, da man mit der Aktion den Frieden in der Region sichern möchte, indem die dortigen Terrorgruppierungen zerschlagen werden, die an der türkischen Grenze mehr und mehr Macht gewonnen haben. Die Türkei setzte dabei auch Kampfjets ein und bombardierte syrische Ziele. Die USA hatten im Vorfeld den Einmarsch der Türkei gebilligt, indem US-Spezialkräfte nach einem Telefonat bewusst abgezogen wurden. Dafür wurde Trump stark kritisiert. Daraufhin warnte er die türkische Regierung, dass eine militärische Operation verheerende Folgen für die Wirtschaft haben kann. Was das genau heißen mag, ist unklar. Bereits im Vorfeld hatte die syrische Regierung im Falle einer Militäroffensive einen Gegenangriff angekündigt. Die Situation ist allgemein sehr gefährlich für eine weitere Destabilisierung des Nahen Ostens.

FED sendet stützende Signale

Auf der anderen Seite stützen auch Aussagen der FED den Rohölmarkt. Die US-Notenbank plant ihre Käufe von Staatsanleihen wieder aufzunehmen. Der Notenbankchef Jerome Powell verfolgt damit die Strategie neues Geld in den Wirtschaftskreislauf zu pumpen, damit die Konjunktur gestützt wird. Dies ist also eine expansive Maßnahme, auch wenn Powell dies anders darstellen wollte, wurde es von den Marktteilnehmern anders interpretiert. Dadurch reagierten die Aktienkurse positiv. Nun wird spekuliert, dass der Leitzins bei der kommenden Sitzung der FED nach unten angepasst wird, was ebenfalls dazu dienen würde die Wirtschaft anzukurbeln. Mit Spannungen werden auch die wöchentlichen US-Zahlen erwartet. Das API meldete bereits Aufbauten über den Erwartungen bei den Rohölbeständen von 4,1 Mio. Barrel. Dagegen sollen die Produktbestände über den Erwartungen gesunken sein.

Der durchschnittliche Heizölpreis in Deutschland liegt heute bei 69,39 Euro pro 100 Liter und ist damit minimal teurer als gestern. Die Notierungen der Rohölpreise liegen heute Morgen leicht im Minus. Brent kostet jüngst 58,23 US-Dollar pro Barrel und die Sorte WTI notiert bei 52,49 US-Dollar pro Barrel. Interessant bleibt die Beobachtung der Entwicklung im heutigen Tagesverlauf.

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