Unstimmigkeiten im OPEC-Kartell

Die OPEC hatte sich schnell geeinigt, aber der Iran und auch die kleinen Mitgliedsstaaten sehen den starken Einfluss Russlands als kritisch an.

04.07.2019 | Robby Erkmann

Saudi-Arabien, als größter Rohölförderer der OPEC und Russland, das nur zum erweiterten OPEC-Kreis gehört, dominieren das Kartell bei den Fragen der zukünftigen Strategie zur Stabilisierung des Rohölpreises. Alle Staaten vereint der Gedanke und Wunsch nach einen höheren und stabilen Rohölpreis. Doch im Grunde sind schon der Iran und Saudi-Arabien verfeindet und leisten sich seit geraumer Zeit einen Stellvertreterkrieg im Jemen. Die Zusammenarbeit der OPEC mit den Nicht-OPEC-Staaten wird in Zukunft unter der Leitung Russlands intensiviert. Diese vertragliche Vereinbarung wollte Saudi-Arabien festhalten, musste aber lange um die Zustimmung mit dem Iran darum diskutieren. Vor dem OPEC-Treffen in Wien hatte Ira, nicht zum ersten Mal, das Vorgehen Saudi-Arabiens kritisiert. Denn eine Verlängerung wurde quasi beim G20-Gipfel in Japan mit Russland festgehalten, die sich da letztendlich überzeugen ließen. Auf dem OPEC-Treffen selbst kam es dann nicht mehr wirklich zu einer Diskussion, was nun der beste Weg sei. Im letzten Jahr hatten die V.A.E. als erster Staat angekündigt die OPEC zu verlassen. Eine brüchige OPEC mit weiteren Staaten, die das Kartell verlassen, würde dem Ziel von höheren Ölpreisen nicht dienen. Vorerst ist damit auch nicht zu rechnen, da das Abkommen bis Ende März 2020 verlängert wurde. Auch das kann ein Grund für die bisher schwache preisstützende Wirkung der Förderkürzungsverlängerung sein.

Venezuela umgeht Sanktionen

Die umgesetzten Förderkürzungen waren im Vorfeld auch als Mindestmaß erwartet worden. Nun kam die Meldung, dass Venezuela die US-Sanktionen umgehen kann. Deshalb sollen die Ölexporte im Juni wieder gestiegen sein und bei ungefähr 1,1 Mio. B/T liegen. Das entspricht einem Anstieg von etwa 225.000 B/T im Vergleich zum Monat Mai. Hauptabnehmer sind demnach China, Indien und Singapur. Dies ist wohl auch ein Grund weshalb Morgan Stanley die Preiserwartung reduziert hatte. Die Prognose für Brent wurde von 65 auf 60 US-Dollar herabgesetzt. Dabei handelt es sich aber um eine langfristige Preiserwartung, die nicht nur auf das laufende Jahr bezogen ist.

WTI und Brent liegen im Moment beide über einem Prozent im Minus. WTI kostet also 56,69 US-Dollar pro Barrel. Die Nordseesorte Brent wird aktuell bei 63,13 US-Dollar pro Barrel. Der durchschnittliche Heizölpreis tut es den Rohölpreisen gleich und sinkt heute ebenfalls. 100 Liter Heizöl kosten im Bundesdurchschnitt 67,06 Euro.

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