US-Daten drücken auf die Ölpreise

Die wöchentlichen US-Zahlen der letzten Woche waren bearish und auch die Wirtschaftsdaten der USA sind vermehrt preisreduzierend einzuschätzen.

07.10.2019 | Robby Erkmann

Das DOE meldete in der vergangenen Woche höhere US-Rohölbestände. Diese haben um 3,1 Mio. Barrel zugelegt. Gleichzeitig fiel die Produktnachfrage eher schwach aus und reduzierte sich um 0,4 Mio. B/T auf insgesamt 20,75 Mio. B/T. Die Destillat- und Produktbestände sanken dagegen. Dies ist auf eine geringere Raffinerieleistung zurückzuführen, die in den Wintermonaten eher niedriger ist, da es zu Wartungsarbeiten kommt. Die US-Rohölförderung ist immer noch auf hohem Niveau und förderte in der vergangenen Woche 12,4 Mio. B/T. Der Markt erwartet für das restliche Jahr immer noch Steigerungen bei der US-Rohölförderung. Allerdings sind die neu in Betrieb genommenen Erdölpipelines weniger stark ausgelastet, als erhofft. Für August konnten die US-Exporte um nur 40.000 B/T im Vergleich zum Vormonat zulegen. Experten rechnen jedoch, dass in den Folgemonaten die Kapazitätsauslastungen der Pipelines deutlich steigen wird.

Doch der Markt ist weiter stark verunsichert aufgrund von negativen Wirtschaftsdaten. Der ISM-Einkaufsmanager-Index Dienstleistungen hat in den USA stark nachgelassen. Unterhalb der Expansionsschwelle von 50 Punkten notiert auch der ISM-Einkaufsmanagerindex. Gleiches gilt für den US-Index, der das verarbeitende Gewerbe bewertet. Die Daten zur Wirtschaftsleistung in der EU sind ebenfalls vermehrt eintrübend, wie schon seit Monaten. Das ist auch einer der Hauptfaktoren, die den Ölmarkt stark belasten.

Unruhen im Irak

Die Proteste im Irak richten sich gegen Korruption und Misswirtschaft der Regierung. In mehreren Städten und Provinzen kam es zu Auseinandersetzungen. Die Regierung verhängte in Bagdad Ausgangssperren, da es zu heftigen Kämpfen zwischen Demonstranten und Regierungstruppen kam. Mittlerweile soll die Zahl der Todesfälle auf 93 angestiegen sein. Die Regierung in Bagdad will am Samstag zu einem Krisentreffen zusammen kommen. Der Druck ist hoch, da der schiitische Geistliche al-Sadr der Regierung sein Vertrauen entzog. Bei den letzten Parlamentswahlen hatten seine Anhänger die meisten Parlamentssitze gewinnen können. Damit steigen im Irak die Gefahren für Anschläge auf die Ölinfrastruktur. Der Irak ist mit 4,8 Mio. B/T der zweitgrößte Ölförderer innerhalb der OPEC. Dies könnte nun die Risikoprämie am Markt erhöhen und so die Preise stützen.

Der durchschnittliche Heizölpreis in Deutschland ist getrieben durch die Ölpreise und hat infolgedessen erneut nachgegeben. Heute kosten 100 Liter Heizöl im Bundesdurchschnitt 69,21 Euro. Das sind 61 Cent weniger, als am Freitag. Brent und WTI notieren heute Früh im Minus. Das Barrel Brent wird aktuell für 58,10 US-Dollar gehandelt und die US-Sorte WTI liegt im Augenblick bei 52,67 US-Dollar pro Barrel.

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