US-Ölförderung auf Rekordhoch

Die Ölpreise an den Ölbörsen sind in den letzten Tagen gestiegen. Dies ist aber kein nachhaltiger Grund zur Sorge für eine kommenden Preisrallye.

05.11.2019 | Robby Erkmann

In den USA liegt die Rohölförderung seit mehreren Berichtswochen bei 12,6 Mio. B/T auf einem neuen Rekordhoch. Experten hatten bereits prognostiziert, dass die Ölförderung in den USA bis Ende dieses Jahres auf 13,0 Mio. B/T ansteigen kann. Auf der anderen Seite gab es zuletzt auch Berichte, dass die Gewinnmargen der Schieferölunternehmen aufgrund des dauerhaft moderaten Preisniveaus für einen deutlichen Anstieg der Insolvenzen in der Branche gesorgt haben. Jedenfalls ist bis jetzt davon kaum eine spürbare Wirkung am Markt hervorgetreten. Gestützt werden die Ölpreise aktuell durch den Ausfall der Keystone Pipeline, die von Kanada in die USA führt. Diese wurde nach einem Druckabfall abgeschaltet. Zuvor waren bereits große Mengen Rohöl ausgetreten. Unter Normalbedienungen transportiert die Pipeline 590.000 B/T Rohöl. Außerdem sind die US-Arbeitsmarktdaten besser ausgefallen als es erwartet worden war. Dies stützt die Hoffnung auf ein stärkeres Wirtschaftswachstum. Denn Analysten hatten im Jahresverlauf die Konjunkturaussichten immer wieder nach unten korrigiert und damit gleichzeitig die Rohölnachfrage nach unten prognostiziert. Dies ist einer der Hauptgründe, weshalb die Ölpreise trotz OPEC-Kürzungen nicht signifikant gestiegen sind.

Börsengang wirkt stützend

So besagt es eine Analyse der Commerzbank. Der Grund ist recht nachliegend. Der Börsengang von Aramco, dem staatlichen Ölkonzern von Saudi-Arabien ist in seiner Endphase. Bereits im Dezember kann es zu einer ersten Platzierung an der saudischen Börse kommen. Sofern die Ölpreise deutlich fallen würde, wären auch die Gewinne des Konzerns stark nachlassend, da diese ausschließlich aus den Öleinnahmen generiert werden. Dies würde dann den Emissionserlös schmälern bzw. die Kapitalisierung an der Börse durch fallende Kurse herabsetzen. Doch Saudi-Arabien möchte einen möglichst hohen Erlös, da die Einnahmen hieraus für den Umbau der Wirtschaft genutzt werden sollen, die in Zukunft weniger abhängig vom Rohölgeschäft sein soll. Daher wird Saudi-Arabien alles daran setzen, die Ölpreise auf einem angemessenen Niveau zu halten.

Dies spiegeln auch die Rohölpreise wieder. Brent kostet heute Morgen pro Barrel 62,25 US-Dollar und liegt 0,7 US-Dollar über dem Eröffnungskurs. Die Sorte WTO notiert 0,45 US-Dollar höher und kostet somit 56,68 US-Dollar pro Barrel. Genauso wie die Ölpreise verhält sich der durchschnittliche Heizölpreis, der seine Seitwärtstendenz auf niedrigem Niveau fortsetzt. 100 Liter Heizöl kosteten im Bundesdurchschnitt gestern 67,39 Euro.

 

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