US-Ölindustrie gut aufgestellt

Trotz einer Meldung, dass die US-Ölfirmen Geld sparen wollen und Investition kürzen, bleiben die Firmen auf Kurs, denn der Ölpreis setzt hohe Gewinne frei.

26.03.2019 | Robby Erkmann

Unweigerlich war es so, dass im Zuge der niedrigen Rohölpreise die US-Firmen ihre Investitionstätigkeit für dieses Jahr zurückgeschraubt haben. Die Dienstleister Schlumberger und Halliburton haben nun prognostiziert, dass die Ausgaben für die Ölsuche und im Personalbereich im aktuellen Jahr um einen zweistelligen Prozentbetrag gekürzt werden. Devon Energy gab an, dass man die Anzahl der Arbeiter von 2500 auf 1700 verringern wolle, so der Vorstandsvorsitzende. Die nachlassende Suche nach neuen Ölquellen spiegelt sich auch in den wöchentlichen Zahlen von Baker Hughes wieder. Im laufenden Jahr fiel zu Anzahl der aktiven Ölbohranlagen um 6,9 Prozent. Das sind 61 Anlagen weniger, jedoch bleibt das Niveau der aktiven Anlagen auf gutem Niveau. So gesehen fiel es nur leicht ab, von einem sehr hohen Niveau. Außerdem ist der Stand der angebohrten, aber nicht vollends erschlossenen Ölfördern ebenfalls sehr hoch, weswegen die Reservekapazitäten weiterhin in großem Umfang vorhanden sind.

Alles in allem klingt dies nun besorgniserregend, aber das sollte es nicht sein. Denn die US-Ölfirmen haben sich für das laufende Jahr gut gewappnet. Die Reduzierung der Ausgaben bedeutet nichts anderes, als eine Verbesserung der Rentabilität, um auch bei niedrigen Ölpreisen noch gewinnbringend Rohöl fördern zu können. So können die US-Ölfirmen nun bei Rohölpreisen von 50 US-Dollar pro Barrel profitabel arbeiten. Das bedeutet im Umkehrschluss eine Freisetzung von hohem Cash-Flow, auch bei dem aktuellen Niveau. Denn die Prognosen gehen rechnerisch von Ölpreisen aus, die bei 50 US-Dollar liegen. Dementsprechend dürften die Gewinnziele bisher übertroffen werden. Eine schwächelnde US-Ölindustrie ist daher nicht zu erwarten.

Kurzfristiger Ausblick ist ungewiss

Wie die Ölpreise sich in den nächsten Tagen entwickeln werden ist schwer abzuschätzen. Einerseits können die US-Wochenzahlen mit erneuten Rückgängen bei den Beständen die Ölpreise stützen. Andererseits sind die anderen bullishen Elemente eingepreist, allen voran die Kommentare Saudi-Arabiens. Das Mehrmonatshoch der letzten Woche konnte nicht gehalten werden, da die Konjunkturaussichten zu sehr enttäuschten. Genau das ist seit Anfang des Jahres das größte Problem für steigende Ölpreise. Zudem verschärfte sich die Aussicht auf eine Konjunktureintrübung im laufenden Jahr zunehmend. Daher wartet der Markt auf ein erstes positives Zeichen in Form einer Beendigung des Handelsstreits zwischen China und den USA.

Die Rohölpreise liegen heute Morgen minimal höher. WTI kostet im Moment 59,20 US-Dollar pro Barrel. Die Sorte Brent wird zurzeit für 67,32 US-Dollar pro Barrel gehandelt. Fast unverändert zu gestern ist der durchschnittliche Heizölpreis in Deutschland. Dieser liegt heute bei 68,44 Euro pro 100 Liter.

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