US-Rohölbestände sind bearish

Die preistreibende Marktkonstellation wird aktuell durch deutlich höhere US-Rohölbestände etwas beruhigt, die seit Jahresbeginn deutlich höher liegen.

23.05.2019 | Robby Erkmann

Die Erwartung der Experten für die Entwicklung in der vergangenen Woche lag bei einem Abbau der Rohölbestände von 2,5 Mio. Barrel. Tatsächlich stiegen die Rohölbestände laut DOE um 2,4 Mio. Barrel an. Die Bestände notieren damit fast auf ein 2-Jahreshoch. Aufgrund einer schwachen Produktnachfrage sind auch die Bestände bei Benzin und den Destillaten gestiegen. Über alle Kategorien hinweg lag die Nachfrage bei 19,7 Mio. B/T. Dies ist ein schwacher Wert, der zugleich deutlich unter dem Vorjahresniveau liegt. Das  ganze Jahr 2019 betrachtend sind die US-Rohölbestände um 37 Mio. Barrel gestiegen. Dahingegen stagniert die US-Rohölförderung seit einigen Monaten auf dem Niveau bei 12,2 Mio. B/T. Der Markt hat immer noch die Erwartungshaltung, dass die US-Rohölförderung in der zweiten Jahreshälfte 2019 deutlich ansteigt. Dann sollen neue Transportkapazitäten, in Form von neuen Pipelines, aufgebaut worden sein, um das Rohöl aus den Schieferölgebieten zu den Raffinerien und Häfen transportieren zu können.

Rohölversorgung leicht besser

Nachdem diese Woche Probleme bei der Rohölförderung in der Nordsee bekannt wurden, die bis in den Juni hinein anhalten sollen, kommt es in Kasachstan zu einer Verbesserung. Dort wurden Wartungsarbeiten früher, als gedacht beendet. Die Förderung wird damit wieder hochgefahren, sodass das Kashagan Ölfeld in wenigen Wochen wieder 400.000 B/T fördern kann. Im Irak sollen an einer Anlage von ExxonMobil wieder 50.000 B/T mehr Rohöl gefördert werden, an der es zuvor zu einem Abzug von Personal kam. Auch in dem Irak ist die Sicherheitslage angespannt, wie in vielen weiteren Staaten des Nahen Ostens.
Zudem kommt im Moment eine enttäuschende Stimmung über die Entwicklung des Handelskonfliktes zwischen China und den USA. Hier ist seit Wochen kein Fortschritt erkennbar. Das dämpft die Konjunkturerwartung und die Rohölnachfrage, was tendenziell auf die Rohölpreise drückt.

Seit dem Jahreshoch des durchschnittlichen Heizölpreises in Deutschland zu Wochenbeginn, ist dieser wieder fallend. Heute kosten 100 Liter Heizöl im Bundesdurchschnitt 73,12 Euro. Die Rohölpreise an den Börsen liegen heute Morgen im Minus. Brent kostet aktuell 70,38 US-Dollar pro Barrel und die Sorte WTI notiert bei 60,92 US-Dollar pro Barrel.

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