US-Rohölförderrekord

Die wöchentlichen Bestandszahlen in den USA ergaben ein neues Rekordförderniveau. Das stützt die bearishe Stimmungen an den Rohölmärkten.

06.06.2019 | Robby Erkmann

Die US-Zahlen belegen, dass die US-Rohölförderung nun bei 12,4 Mio. B/T liegt. Die Förderung aus dem Monat Mai des letzten Jahres lag etwa 1,6 Mio. B/T tiefer. Die Ängste der Marktteilnehmer einer Unterversorgung am Markt nehmen mit derlei Neuigkeiten spürbar ab. Infolge der politischen Instabilität in Venezuela und den Wirtschaftssanktionen gegen den Iran, hatte Experten gegenteiliges befürchtet. Doch es scheint so, als ob die USA diese Versorgungsausfälle sogar alleine ausgleichen können.  Dieses Bild zeichnet sich auch durch die Ölbestandsentwicklung in den USA ab, die seit Jahresbeginn kontinuierlich zugelegt hat.

Gleichzeitig stützt der IWF die Sorge einer sich abkühlenden Konjunktur, die damit auch prinzipiell die Rohölnachfrage beeinflusst. Der IWF hat das Wirtschaftswachstum Chinas um 0,1 auf 6,2 Prozent gesenkt. Angetrieben wird dieser Effekt durch den ungelösten Wirtschaftskrieg der USA und China. Hohe Strafzölle erschweren die Exportkraft beider Nationen und ein Ende des Handelskonfliktes ist nicht in Sicht, da die Gespräche zum Stillstand gekommen sind. Die Zeichen am Markt bleiben für die Rohölpreise vorerst preissenkend, sodass kurzfristig eine Gegenbewegung unwahrscheinlich ist.

Details zur US-Lage

Die EIA bestätigt die aktuelle Trendentwicklung und gibt damit weitere Impulse für die verhaltene Stimmung am Ölmarkt. Demnach liegen die US-Rohölbestände bei 483,3 Mio. Barrel. Dieser Wert liegt sechs Prozent über dem Fünf-Jahresdurchschnitt. Die Raffinerieauslastung hat im Vergleich zur Vorwoche um 171.000 B/T zugenommen und beträgt nun 16,9 Mio. B/T. Trotz des Anstiegs der Raffinerieauslastung sind die Rohölbestände auf Wochensicht um 6,8 Mio. Barrel gestiegen. Die Auslastungsquote der Raffinerien in den USA liegt momentan bei 91,8 Prozent. Die Durchschnittsnachfrage nach Ölprodukten lag im Mai bei 20,0 Mio. B/T und betrug 0,6 Prozent weniger, als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Insgesamt drücken die US-Zahlen deutlich auf die Preisbremse am Markt. In Verbindung mit der schwachen Rohöl Nachfrage und der Fokussierung auf die nachfrageorientierten Sichtweise der Händler ergibt sich ein bearishe Bild am Markt.

Die US-Sorte WTI liegt momentan bei 51,83 US-Dollar pro Barrel. Die europäische Referenzsorte Brent kostet im Augenblick 60,78 US-Dollar pro Barrel. Der durchschnittliche Heizölpreis in Deutschland konnte von gestern auf heute nicht weiter sinken. 100 Liter Heizöl kosten im Moment 66,34 Euro.

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