US-Wochenzahlen überraschen

Das DOE meldete einen enormen Rückgang der US-Ölbestände und trotzdem ist keine Aufwärtstendenz zu sehen, die Rohölpreise heute Morgen im Minus.

27.06.2019 | Robby Erkmann

Doch wieso können die bullishen DOE-Wochenzahlen zum US-Markt keine klare Aufwärtsbewegung initiieren? Zum einen sind die US-Rohölbestände in den vergangenen Monaten extrem stark angestiegen. Selbst der jetzige Rückgang über 12,8 Mio. Barrel lässt die Vorräte weiterhin auf einem hohen Niveau liegen. Zum anderen stützt das niedrige Nachfrageniveau nach Benzin die Nachfragesorgen, die ohnehin den Markt belasten. Die Benzinbestände sind um 1,0 Mio. Barrel gesunken und die Destillatbestände sanken m 2,4 Mio. Barrel. Die Produktnachfrage über alle Kategorien liegt bei 20,8 Mio. Barrel. Das ist kein schlechtes Niveau, aber eben auch kein Zeichen für eine starke Nachfrage. Die US-Rohölförderung sank auf 12,1 Mio. Barrel und könnte damit auch im Zusammenhang stehen, dass die Bestände so deutlich gefallen sind.

Aber der Einfluss dieser Zahlen blieb gering. Das lag wohl an neuen Äußerungen zum Handelsstreit zwischen den USA und China. Die Augen sind stark auf den G20-Gipfel gerichtet. Denn dort wollen sich US-Präsident Trump und Chinas Präsident Xi über den Handelskonflikt unterhalten. Zuvor hatte Xi gesagt, dass die Zölle für alle Handelspartnern außer den USA gesenkt werden. Trump sprach dann davon, dass er einen Plan B hat, falls Xi nicht auf die Vorschläge der USA positiv reagieren wird. Das trübt die Aussicht auf eine Einigung sehr und lässt weiterhin offen, ob die Rohölnachfrage eventuell im Jahresverlauf nochmal anzieht.

Richtungsweisende Tage

Nicht nur der G20-Gipfel kann über Erfolg und Misserfolg des Handelskonfliktes entscheiden und damit die Rohölpreise maßgeblich positiv stützen. Auch die OPEC-Vollversammlung nächste Woche wird genau beobachtet. Die Ergebnisse daraus werden mehr Klarheit für die Rohölpreise im weiteren Jahresverlauf geben. Daher wird kann es zu hohen Kursausschlägen kommen. Seit der Zuspitzung der Irankrise ist der Rohölpreise für WTI um 13,9 Prozent und für Brent um 9,1 Prozent gestiegen. Das macht Platz mehr Platz für Abwärtsspielräume, da die Rohölpreise doch am oberen Rand der momentanen Preiserwartung liegen.

WTI und Brent liegen aktuell beide unter ihren Eröffnungskursen. Brent kostet 65,97 US-Dollar pro Barrel. Die Sorte WTI liegt im Augenblick bei 59,03 US-Dollar pro Barrel. Der durchschnittliche Heizölpreis in Deutschland liegt heute bei 69,11 Euro pro 100 Liter. Dieser ist seit etwa einer Woche sehr volatil, was mit der momentanen Gesamtsituation zusammenhängen wird.

Presse-Kontakt


Tel.: 040 524768-0
info@comoil.de
Kooperation