US-Zahlen eindeutig stützend

Die wöchentlichen US-Bestandszahlen der vergangenen Woche fielen dieses Mal bullish aus. Die Monate zuvor waren die Zahlen meistens bearish.

28.02.2019 | Robby Erkmann

Doch nun können selbst due US-Zahlen den Markt nicht beruhigen und etwas dämpfend auf die Ölpreise wirken. So ist die Raffinerieauslastung bereits wieder am steigen und auf einem, für diese Jahreszeit, sehr hohem Niveau. Das schraubt den Rohöldurst der Raffinerien nach oben. Im gleichen Berichtszeitraum sind die Rohölimporte um 11,2 Mio. Barrel gesunken. Das ist ungewöhnlich stark. So geringe Rohölimporte haben die wöchentlichen Bestandszahlen seit 1996 nicht mehr veröffentlicht. Mitverantwortlich ist dafür Saudi-Arabien, die deutlich weniger Rohöl exportieren und das trifft nun auch direkt die USA. Saudi-Arabien hat auf 4-Wochensicht so wenig Rohöl exportiert wie im Mai 1986. Um die fehlenden Importe auszugleichen haben die USA etwas weniger Rohöl exportiert, konnten die fehlenden Mengen aber nicht kompensieren. Der einzige Lichtblick bei den wöchentlichen Bestandszahlen ist mal wieder die Rohölförderung. Laut DOE stieg diese um 0,1 Mio. B/T auf 12,1 Mio. B/T an. Die Bestände bei den Destillaten und Benzin gingen ebenfalls zurück. Die Benzinbestände sanken um 1,9 Mio. Barrel und die Destillatbestände um 0,3 Mio. Barrel. Die Gesamtnachfrage nach Ölprodukten stieg auf 21,5 Mio. B/T an und ist damit auf einem hohen Niveau.

Alles in allem verteuerte der Bericht die gestrigen Preisnotierungen an den Ölbörsen. Diesen Umstand konnte das neue Rekordhoch bei der Rohölförderung nicht verhindern. Jedoch stehen die Rohölpreise am heutigen Morgen leicht im Minus und steigen vorerst nicht weiter an. WTI liegt aktuell bei 56,72 US-Dollar pro Barrel. Brent wird im Augenblick für 65,99 US-Dollar pro Barrel gehandelt. Der durchschnittliche Heizölpreis in Deutschland liegt heute bei 69,91 Euro pro 100 Liter.

Die aktuelle Situation in Venezuela

Die Sanktionen der USA gegen Venezuela haben auf die Rohölbestände sicherlich auch einen großen Einfluss. Denn die USA waren der größte Abnehmer des venezolanischen Rohöls. Im Februar wurden nur noch 150.000 B/T in die USA exportiert. Ein Monat zuvor, im Januar, waren es noch 484.000 B/T. Für März wird prognostiziert, dass die Importe von Venezuela in die USA auf null sinken werden. Das dürfte dann auch die wöchentlichen Bestandszahlen weiter bullish sein lassen.

Der Vorstandsvorsitzende von BP rechnet damit, dass die Ölförderung Venezuelas bei 600.000 B/T stagniert und nicht auf null fallen wird. Im Februar sollen die Ölexporte Venezuelas noch bei 1,2 Mio. B/T liegen, so eine Verlautbarung des Ölministers. Laut Schiffsdaten von Kpler wären das etwa 250.000 B/T weniger, als im Januar. Damit scheint es so, dass dem Markt in den nächsten Monaten noch große Mengen Rohöl entzogen werden.

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