USA verschärfen Maßnahmen

Ab dem 28. April werden auch Ölimporte in die USA, die über das gesperrte Konto des venezolanischen Ölkonzernes laufen, verboten werden.

04.02.2019 | Robby Erkmann

Das teilte nun das US-Finanzministerium mit. Aktuell fließen die Einnahmen aus den Ölverkäufen auf ein gesperrtes Konto, damit die Regierung Maduros keinen Zugriff auf die Öleinnahmen hat. Daher wurden bereits Exporte in die USA ausgesetzt. Das trifft auch Tochterunternehmen des venezolanischen Staatskonzerns PdVSA. Die Tochterfirma Citgo muss sich nun wohl neue Lieferanten suchen. Citgo ist einer der größten Raffineriebetreiber in den USA. Ein Unternehmenssprecher widersprach zudem den Gerüchten, dass eine Insolvenz drohe. Der Liquiditätspuffer soll bei rund einer Mrd. US-Doller liegen. Wie stark die Verwerfungen an den Ölbörsen sind, ist schwer abzuschätzen. Es kommt darauf an, ob Venezuela alternative Abnehmer findet, denn sonst fehlen dem Markt tatsächlich rund 0,5 Mio. B/T.

Die Rohölpreise bleiben auch mit Beginn dieser Handelswoche auf moderatem Niveau. In den USA enttäuschen zudem die Zahlen über die aktuell aktiven Ölbohranlagen. Die Zahl der aktiven Ölbohranlagen ist nun in vier der fünf Handelswochen gesunken. In der letzten Berichtswoche sank die Zahl um 15 Stück auf insgesamt 847 Anlagen. So niedrig war der Stand seit Mai 2018 nicht mehr. Mittel- bis langfristig bedeuten eine schwächere Bohraktivität, auch ein schwächeres Ölförderwachstum.

OPEC-Förderzahlen sind enttäuschend

Saudi-Arabien steht weiterhin für eine Großteil der Förderkürzungen, die im Dezember beschlossen wurden. Reuters hat für Januar eine Gesamtförderung des Kartelles von 30,98 Mio. B/T gemeldet. Darüber hinaus hat Bloomberg auch Zahlen zu den einzelnen Mitgliedern veröffentlicht. Insgesamt wurde eine Fördermenge von 930.000 B/T vom Markt genommen. Saudi-Arabien trägt einen Anteil von 450.000 B/T dazu bei. Damit liegt Saudi-Arabien unter dem geforderten Niveau. Der saudische Ölminister hat für Februar bereits weitere Kürzungen angedeutet. Der Irak hat seine Verpflichtungen bisher nicht umgesetzt und seine Ölförderung um 40.000 B/T im Vergleich zu Oktober 2018 gesteigert. Ebenfalls schwach ist die Umsetzung in Russland. Für Januar sind laut den neusten Zahlen nur 35.000 B/T vom Markt genommen worden.
Das Auftreten der OPEC ist wenig einheitlich. Wenngleich der Ölpreis sich etwas stabilisiert hat, kann die OPEC damit nicht zufrieden sein, denn Libyen und Iran wurden von den Kürzungen ausgenommen, fördern aber zusammen 250.000 B/T weniger Rohöl. Ohne diese Mengen wäre die Versorgungslage daher noch besser.

Die Entwicklung der Ölpreise bleibt spannend. Trotz dieses Spannungsfeldes bewegen sich die Rohölpreise kaum nach oben. WTI kostet heute Morgen 55,33 US-Dollar pro Barrel. Die Nordseesorte Brent wird zurzeit für 62,98 US-Dollar pro Barrel gehandelt. Der durchschnittliche Heizölpreis in Deutschland liegt heute bei 66,99 Euro pro 100 Liter.

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