Venezuelanische Revolution

Seit Jahren sinkt die Fördermenge in Venezuela, dem ölreichsten Land der Erde. Jetzt kann der Rohölmarkt nochmal durchgerüttelt werden.

24.01.2019 | Robby Erkmann

Geopolitisch ist Venezuela seit langem ein instabiler Faktor. Präsident Maduro hatte sich am 10. Januar zu einer weiteren Amtszeit vereidigen lassen, ohne dass vorher Wahlen stattgefunden hatten. Demnach wurde und wird Maduro von den USA, Kanada, Brasilien und fast allen anderen amerikanischen Staaten nicht als Präsident anerkannt. Juan Guaido, der Präsident der Nationalversammlung hat sich nun zum Interimspräsidenten erklärt, bis es durch Neuwahlen, einen neuen rechtmäßig gewählten Präsidenten gibt. Ziel sei es, wieder eine Demokratie herzustellen und für Freiheit zu kämpfen. Präsident Maduro gibt sich indes wenig beeindruckt und siegessicher. Das Militär steht wohl weiter zu ihm, auch weil die ranghohen Generäle vom System profitieren. So wurden wichtige Ministerien mit Generälen besetzt. Bei Energiefirmen, Agrarunternehmen, Bauunternehmen und in vielen weiteren Branchen können sich ranghohe Militärs profilieren und Geld veruntreuen. Teilweise werden auch Beziehung zu Drogengeschäften vermutet. Die treue des Militärs ist der letzte Verbündete Maduros und quasi eine Garantie seiner Macht. Fällt die Militärtreue, fällt Maduro.

Die kommenden Tagen werden zeigen, wie sich die Lage entwickelt. Es droht ein blutiger Bürgerkrieg. Hunderttausende Maduro treue Milizen wurden mit Waffen ausgestattet. Das Land droht im Chaos zu versinken und damit droht auch ein Totalausfall der noch verbliebenen Rohölförderung. Diese ist seit Jahren rückläufig. Dem Markt könnte deshalb etwa eine Million Barrel entzogen werden. Dementsprechend ist die Entwicklung in Venezuela bullish.

Seitwärtstrend der Ölpreise

Zuletzt waren die Ölpreise in einer Seitwärtsbewegung. Beim Weltwirtschaftsforum in Davos wurde wieder mal Sorge über die Konjunkturentwicklung geäußert. Gleiche Informationen gab es schon von diversen anderen Organisationen, oder Analysten verschiedener Großbanken. Eine klare Trendentwicklung ist nach der Erholung der Rohölpreise nicht zu sehen. Die OPEC wird laut Prognosen durch die Förderkürzungen eine Überversorgung am Markt vermeiden können. Eine Unterversorgung ist jedoch auch nicht abzusehen. Daher warten Experten und die Märkte auf neue richtungsweisende Impulse. Diese werden aller Voraussicht nach von der Entwicklung zwischen dem Handelskrieg der USA und China kommen, oder über das weitere Vorgehen der USA bei der Erteilung von Ausnahmegenehmigungen für Rohölexporte aus dem Iran. Zu den richtungsweisenden Entwicklungen kommt dann noch die aktuelle Entwicklung in Venezuela hinzu.

So bleiben die Rohölpreise auch heute wieder ohne große Veränderungen im Vergleich zum Vortag. WTI kostet im Moment 52,26 US-Dollar pro Barrel. Brent kostet im Augenblick 60,72 US-Dollar pro Barrel. Der durchschnittliche Heizölpreis in Deutschland liegt heute bei 67,18 Euro pro 100 Liter und bleibt ebenfalls in einer Seitwärtsbewegung.

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