Verbraucher in Jubelstimmung

Das Neue Jahr beginnt, wie das vorherige endete. Die Ölpreise stehen unter Druck und geben heute wieder kräftig nach. Schuld ist Russland.

02.01.2019 | Robby Erkmann

Der Markt sieht im Neuen Jahr natürlich nicht grundlegend anders aus. Das im Dezember beschlossene Abkommen der OPEC hat bisher jegliche Wirkung vermissen lassen. Daher werden Spekulationen laut, dass die OPEC nochmal zu einem Sondertreffen zusammenkommt. Der Ölminister der V.A.E. brachte kurz nach Weihnachten ein Sondertreffen ins Spiel. Denn erwartungsgemäß wird die Ölnachfrage im Januar deutlich sinken und daher die Überversorgung weiter steigern. Ohnehin ist der Zusammenhalt des Kartells und der erweiterten Mitglieder mäßig. Russland hatte zuletzt angedeutet, die Kürzungen nicht in dem beschlossenen Umfang umzusetzen. Daher darf man sich nicht wundern, über die aktuelle Preislage am Markt.

Jetzt warten die Händler auf die ersten Reaktionen des Marktes durch die Produktionskürzung. Hinzu kommt, dass in Kanada temporär 325.000 B/T von Markt genommen wird. Doch diese Menge kann den Markt aktuell nicht stark genug verknappen, sodass lediglich die Ölpreise für die kanadische Ölsorte gestützt werden wird. Die Rohölsorten Brent und WTI laufen daher eher in Richtung 40 und 50 US-Dollar Marke pro Barrel, anstatt sich eine Tendenz nach oben abzeichnet.

Bessere Versorgungslage im Januar

Es kommt im Januar aber noch härter. Die EIA erwarte für Januar einen Nachfragerückgang von 3,24 Mio. B/T. da die intensive Fahrsaison über die Feiertage nun nachlässt. Demnach liegt die Versorgung mit Rohöl 1,97 Mio. B/T. über der Nachfrage. Das wird die Bestände an Rohöl steigen lassen und die Rohölpreise noch stärker unter Druck setzen. Erst für Februar soll es eine leichte Unterversorgung geben. Gleichzeitig verdeutlichte die EIA die enorme Produktionssteigerung der Schieferölindustrie. Zum Vergleich im Januar des Vorjahres wurden in den US-Schieferölgebieten 1,73 Mio. B/T mehr Rohöl gefördert. Der Ölboom wird auch dieses Jahr anhalten und durch die Fertigstellung neuer Ölpipelines weiter vorangetrieben werden. Dann der Weitertransport des Rohöls war zuletzt problematisch, da die Transportkapazitäten ausgeschöpft waren. Sofern dieses Thema im Jahresverlauf behoben sein wird, wird neues Potential frei, um die Rohölförderung weiter zu steigern.

Insgesamt können Verbraucher erstmal beruhigt ins Neue Jahr starten. Die Konstellation am Markt spricht nicht für stark steigende Rohölpreise. Andererseits könnte der Spielraum nach unten auch langsam ausgeschöpft sein. Die Sorte WTI startet ungefähr 2,1 Prozent niedriger ins Neue Jahr und kostet aktuell 44,85 US-Dollar pro Barrel. Brent liegt etwa 1,6 Prozent im Minus und notiert daher bei nur 53,25 US-Dollar pro Barrel. Der durchschnittliche Heizölpreis hat sich wie angekündigt nach und nach verbilligt, da sich die Versorgungsituation in Deutschland weitestgehend normalisiert hat und Frachtaufschläge wegfallen. 100 Liter Heizöl kosten im Bundesdurchschnitt heute 62,88 Euro.

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