Verkürzte Handelswoche mit wenig Bewegung

Der Mangel an richtungsweisenden Impulsen bestimmt weiterhin das Marktgeschehen. Selbst die US-Ölbestände bringen keine Bewegung an die Terminbörsen.

27.11.2019 | Franziska Berg

 

Überraschend bearish fallen die dieswöchigen Bestandseinschätzungen des American Petroleum Institute (API) aus. Unerwartet deutlich sollen die Bestände an Rohöl und Benzin zuletzt gestiegen sein. Analysten waren im Vorfeld von einem leichten Rückgang der US-Rohölvorräte um 300.000 Barrel ausgegangen. Laut API sind sie allerdings um 3,6 Millionen Barrel gewachsen. Auch die US-weiten Benzinbestände seien vergrößert worden. Analysten hatten mit einem Anstieg um bis zu 1,5 Millionen Barrel gerechnet, während das API einen Zuwachs um 4,4 Millionen Barrel verzeichnet hat. Zurückgegangen sind laut API nur die Bestände an Destillaten. Wie für diese Jahreszeit üblich, seien sie um 700.000 Barrel verkleinert worden. Angesichts der gemeldeten Anstiege in den Kategorien Rohöl und Benzin ist der API-Report bearish zu interpretieren. An den Terminbörsen reagiert man dennoch verhalten auf die Meldung. Die Entwicklung der US-Ölbestände belastet die Preise bislang nicht. Vielmehr haben die Rohöl-Futures in den ersten Handelsstunden etwas zugelegt.

Rohölpreise zurück im Bereich ihrer Zweimonatshochs

Obwohl richtungsweisende Impulse ausbleiben und der API-Report bearish ausfällt, orientieren sich die Rohölpreise am Morgen leicht aufwärts. Bereits im Laufe der ersten Handelsstunden sind sie zurück in den Bereich ihrer Zweimonatshochs geklettert. WTI wird derzeit bei 58,46 US-Dollar gehandelt. Ein Barrel der Nordseesorte Brent kostet 64,39 US-Dollar. Im Vergleich zum Vortag legen auch die Heizölpreise zu, um mehr als 50 Cent. Damit erreichen die Heizölpreise heute den höchsten Stand seit Ende Oktober. Aktuell kosten 100 Liter Heizöl im Deutschlanddurchschnitt 68,59 Euro. Gestützt werden die Preise weiterhin von der wahrscheinlichen Verlängerung des OPEC-Kürzungsabkommens und Annäherungen im US-chinesischen Handelsstreit. Zuversicht weckte insbesondere das gestrige Telefonat zwischen Washington und Peking.

Teilabkommen rückt offenbar näher

Das Telefonat auf hoher Verhandlungsebene fand am Dienstagmorgen statt. Chinas Vizepremier Liu He tauschte sich mit dem US-Handelsbeauftragten Robert Lighthizer und US-Finanzminister Steven Mnuchin über Kernanliegen aus. Unter Berufung auf das chinesische Handelsministerium berichtete die Nachrichtenagentur Xinhua im Anschluss von Einigkeit in vielen Punkten. Man wolle offene Aspekte „angemessen“ lösen und die Verhandlungen fortsetzen. Auch aus den USA kamen gestern zuversichtliche Stimmen. In einem Interview mit Fox News erklärte die Beraterin des US-Präsidenten, man sei „ziemlich nah dran“ an einem Teilabkommen. Offen sind laut Kellyanne Conway jedoch zentrale Streitpunkte wie der Umgang mit geistigem Eigentum und die Handelsbilanz. Auch US-Präsident Donald Trump selbst sagte, man sei näher an eine Einigung gerückt.

 

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