Weiterhin Probleme in Libyen

Mit der Rückeroberung des größten libyschen Ölfeldes sollte die Rohölförderung wieder auf Normalniveau steigen, doch es gibt erneut Hindernisse.

11.02.2019 | Robby Erkmann

Die libysche Armee hatte letzte Woche das Sharara Ölfeld wieder eingenommen, was zuvor von Milizen besetzt worden war und daher die Produktion eingestellt hatte. Nun kam es in der Nähe des Ölfeldes zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen der libyschen Armee und Rebellen. Das Ölfeld hat daher immer noch nicht die Ölförderung aufgenommen. Dies werde so lange der Fall sein, bis die Sicherheit der Mitarbeiter garantiert werden kann, hieß es von der libyschen Regierung. Für die Ölpreise ist der Umstand klar bullish, denn immerhin kann am Sharara Ölfeld etwa 350.000 B/T Rohöl gefördert werden. Hinzu kommt die Abschaltung des benachbarten Ölfeldes El-Fell, das eine Kapazität von etwa 70.000 B/T hat. Damit fehlen dem Markt deutliche Mengen an Rohöl. Die Ölpreise reagieren auf Meldungen zur Entwicklung in Libyen kaum und das ist nicht der einzige Umstand, der am Markt aktuell gelassen aufgenommen wird.

So blieb die Entwicklung in Venezuela durch die US-Sanktionen bisher ebenfalls ohne große Auswirkungen auf das Preisniveau. Venezuela darf kein Rohöl mehr in die USA einführen. Die Auswirkungen auf die US-Raffinieren sind wohl überschaubar, da einige Raffinerien nur das schwere venezolanische Rohöl verarbeiten können. Doch hatte in der Vergangenheit der Bezug von Rohöl aus Venezuela ohnehin schon abgenommen. Zuletzt beliefen sich die Einfuhren auf knapp 500.000 B/T. Der Ölpreis zeigt sich in der aktuellen Phase generell sehr robust. Größere Preisausschläge bleiben bisher aus und das Preisniveau ist weiterhin auf moderatem Niveau.

Preis für WTI unter Druck

Etwas mehr unter Druck geraten ist die US-Leitsorte WTI. Das liegt an der kanadischen Ölförderung. Diese war bisher im Bundesstaat Alberta seit Dezember um 325.000 B/T reduziert worden. Da ein Großteil der Fördermengen in die USA geht, waren diese direkt betroffen. Nun wurde die Reduzierung teilweise aufgehoben und liegen bei nur noch 75.000 B/T. Daher fiel der Preis für die Sorte WTI in der letzten Woche etwas stärker und erklärt auch den hohen Preisunterschied zu Brent, der bei fast 10 US-Dollar pro Barrel liegt.  Zudem waren die Zahlen von Baker Huges bearish, denn die Anzahl der aktiven Ölbohranlagen ist in der vergangenen Woche um 7 Stück gestiegen. Nun sind insgesamt 854 Ölbohranlagen aktiv.

WTI kostet im Augenblick 52,33 US-Dollar pro Barrel. Die Nordseesorte Brent kostet aktuell 62,03 US-Dollar pro Barrel. Der durchschnittliche Heizölpreis in Deutschland kostet heute 67,99 Euro pro 100 Liter.

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