Weltwirtschaft bereitet Sorgen

Schon im letzten Jahr kam die Konjunktur ins Stocken. Das belastete die Rohölpreise, denn die Nachfrage nach Rohöl reduziert sich dann ebenfalls.

04.01.2019 | Robby Erkmann

Dieses Jahr beginnt wenig vielversprechend und macht da weiter, wo das letzte Jahr endete. Die Apple Verkaufszahlen zum IPhone sind sehr enttäuschend, vor allem in China lief das Geschäft schleppend. Die chinesische Wirtschaft kann den hohen Erwartungen an das Wirtschaftswachstum nicht gerecht werden und auch viele andere Schwellenländer haben substanzielle Probleme. Diese werden durch die Politik Trumps verstärkt. Der Handelskrieg mit Strafzöllen belastet das Wirtschaftswachstum auch in diesem Jahr, sofern Trump keine Richtungsänderung seiner Außenpolitik vornimmt. Die Verhandlungen Großbritanniens und der EU haben bisher zu keinem Austrittsabkommen geführt, sodass der Markt mehr und mehr in Sorge ist über einen ungeplanten Austritt. Diese Sorge teilen auch die britischen Bürger. Sie horten Lebensmittel und beantragen, wenn möglich, die irische Staatsbürgerschaft. Die geopolitischen Verwerfungen sind daher negativ für die Wirtschaft und das Wachstum. Der Ausblick der OECD ist daher ebenfalls sehr zurückhaltend und geht von einem sinkenden Wirtschaftswachstum aus. 2019 soll das Wirtschaftswachstum noch bei 1,8 Prozent und im Jahr 2020 bei 1,6 Prozent liegen. Heute werden in den USA wichtige Konjunkturdaten für den Dezember 2018 veröffentlicht.

Rohölpreise machen Sprung nach oben

Neuste Informationen haben gestern zutage gefördert, dass die OPEC im Dezember die Kürzungen stärker umsetzte, als bisher angenommen. Zudem sollen auch in diesem Monat noch weitere Mengen Rohöl vom Markt genommen werden. Federführend ist dabei Saudi-Arabien, denn Russland hatte bereits angekündigt, im ersten Halbjahr nur 120.000 B/T bis 200.000 B/T vom Markt nehmen zu können. Zudem kommen ungeplanten Probleme in Libyen hinzu, weshalb etwa 300.000 B/T weniger Rohöl gefördert werden kann. Kanadas Ölförderung könnte ebenfalls um etwa 300.000 B/T höher liegen. Somit ist die Lage am Ölmarkt leicht bullish. Insofern erholen sich die Ölpreise auf niedrigem Niveau. Der Eintritt einer stärkeren Preiserholung muss aber nicht zwangsläufig der Fall sein.

Doch sollten Verbraucher beachten, dass ein sehr unvorhersehbares Jahr bevorsteht. Für Abnehmer des iranischen Rohöls gelten noch Ausnahmegenehmigungen, die aber im April verlängert werden müssen. Andererseits könnte die Konjunktur belebt werden, wenn die geopolitischen Spannungen abgebaut werden. Die OPEC-Förderkürzungen im Dezember letzten Jahres wurden nur für 6 Monate getroffen und bedürfen ebenfalls einer neuen Verhandlung.

WTI und Brent liegen heute Morgen über 2,5 Prozent höher, als zur Eröffnung. WTI kostet im Moment 48,00 US-Dollar pro Barrel. Die Nordseesorte Brent kostet 57,00 US-Dollar pro Barrel. Der durchschnittliche Heizölpreis in Deutschland liegt heute bei 63,90 Euro pro 100 Liter. Damit ist er den zweiten Tag in Folge gestiegen. Doch hat sich das Preisniveau mittlerweile wieder normalisiert, weshalb leichte Preisschwankungen normal sind. Ein Preisniveau von 80 oder 90 Euro pro 100 Liter, wie es noch im November letzten Jahres der Fall war, braucht nicht befürchtet werden.

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