Wie machtvoll ist die OPEC noch?

Mit der Verlängerung der Förderkürzungen hat sich am Ölpreis noch nichts getan, zumindest nicht nach oben hin. Der Glanz der OPEC schwindet allmählich.

09.07.2019 | Robby Erkmann

Dabei sah es vor zwei Jahren ganz anders aus. Seinerzeit konnte die OPEC weitere Staaten für ich gewinnen, die dann unter dem Begriff OPEC-Plus-Staaten fielen. Dazu gehörte und gehört immer noch Russland an, einer der größten Rohölförderer weltweit und somit ein Bigplayer in der Branche. Ohne die Beteiligung Russland wäre der Machtverfall der OPEC bereits deutlich zu spüren, denn auch Russland könnte deutlich mehr Rohöl fördern, tut es aufgrund der Zusammenarbeit aber nicht. Wäre also Russland nicht im erweiterten OPEC-Kreis, müssten die OPEC-Mitglieder noch mehr Rohöl vom Markt nehmen, damit dieser überhaupt auf dem aktuellen Niveau liegen würde. Die OPEC würde dann nicht nur gegenüber den USA deutliche Marktanteile verlieren, sondern auch gegenüber Russland. Gleichzeitig könnte aber nur schwer das eigentliche Ziel erreicht werden, und zwar die Stabilisierung des Rohölpreises. Zudem müsste man sich die Frage stellen wie lange die OPEC-Staaten dies mittragen könnten, da die Einnahmen aus dem Rohöl entsprechend geringer ausfielen, die Staatshaushalte aber gleichzeitig abhängig von den Rohöleinnahmen sind. Schon ein Vergleich der Zahlen zeigt den Machtverlust. In den 70er Jahren des abgelaufenen Jahrhunderts kontrollierte die OPEC etwa 50 Prozent der weltweiten Rohölförderung. Heutzutage sind es ungefähr noch 30 Prozent, die von der OPEC beherrscht werden. Gleichzeitig nimmt die Macht mit zunehmender Rohölförderung in den USA ab und diese soll laut Prognosen weiter ansteigen, da die Förderung in den Schieferölgebieten stetig ansteigt.

Russlands Position hat Sprengkraft

Dadurch wird auch deutlich, weshalb mit aller Macht Russland im erweiterten Kreis gehalten werden soll, zumindest ist das die Haltung Saudi-Arabiens. Denn mit Russland liegt der Anteil, den man kontrolliert wieder deutlich höher. Daher sind Saudi-Arabien und Russland auch die, die quasi die strategische Richtung vorgeben. Die übrigen Staaten haben seitdem Russland dem erweiterten Kreis angehört deutlich an Mitsprachemacht verloren. Das sorgt nun für immer mehr Probleme. Daher wäre es ein großes Problem, wenn Russland aus der OPEC-Plus aussteigt, denn die Macht würde weiter abnehmen. Doch andererseits würde die Macht der übrigen Staaten im OPEC-Kartell wieder zunehmen. Also ohne Kompromisse funktioniert es nicht und gerade das macht das Kartell anfällig für interne Machtkämpfe. Doch der Ölpreis bleibt auch mit den Förderkürzungen moderat und das erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass Russland vorerst dem Abkommen treu bleibt, denn auch Russland ist stark von den Rohöleinnahmen abhängig.

Die Rohölpreise liegen auch heute auf dem Niveau die Vortage, auch wenn die Notierungen heute Morgen leicht erhöht sind. WTI kostet 57,77 US-Dollar und die Sorte Brent notiert aktuell bei 64,37 US-Dollar. Der durchschnittliche Heizölpreis liegt im Vergleich zu gestern etwas höher. 100 Liter Heizöl kosten im Bundesdurchschnitt heute 67,56 Euro.

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