WTI überspringt 60 US-Dollar

Der Preis für ein Barrel WTI liegt wieder über 60 US-Dollar. Zuvor waren die Ölpreise aufgrund der Konjunkturaussichten unter Druck geraten.

01.04.2019 | Robby Erkmann

Ein paar Tage zuvor hatte US-Präsident Trump abermals versucht, per Twitter Einfluss auf die Rohölpreise zu nehmen. Das ist ihm kurzfristig gelungen, da die Ölpreise letzte Woche Donnerstag nachgaben, doch die Gegenbewegung kam recht schnell. Dabei richtete er seine Worte wieder direkt an die OPEC, die doch die Rohölförderung erhöhen solle, da der Weltmarkt fragil ist und eine höhere Ölförderung sehr wichtig sei. Im letzten Jahr hab es ähnliche Kommentare und tatsächlich reagierten die OPEC-Länder, wenn auch nicht offensichtlich, doch die Tweets schienen immer eine Wirkung zu haben. Das bestätigen auch Commerzbankanalysten, diese sehen eine zunehmende Sorge bei den OPEC-Mitgliedern, dass der Ölmarkt aus dem Gleichgewicht gerät und die Ölpreise zu stark sinken. Das Auftreten des US-Präsidenten ist also nichts Neus und doch überrascht es immer wieder, dass nur die USA sich so direkt über die Ölpreise äußern.

Jedenfalls ist das Auftreten der USA auch durch die Schieferölindustrie ein anderes geworden. Das bestätigte auch der hohe Regierungsbeamte Dan Brouillette, der aktuelle stellvertretender US-Minister für Energie ist. Die USA sind viel weniger abhängig von Rohölimporten, als noch vor einigen Jahren, so Brouillette. Daher kann nun auch ein anderer außenpolitischer Kurs gefahren werden. Damit will Brouillette auch erklären, weshalb Präsident Trump plötzlich Jerusalem, als Hauptstadt Israels anerkannt hat und die Annektierung der Golanhöhen ebenfalls, für rechtmäßig erklärte, was auf einer UN-Resolution jedoch nicht bestätigt wurde. In den letzten 10 Jahren wurde die US-Rohölförderung fast verdoppelt.

Bullishe Entwicklung in den USA

Für die vergangenen Woche hat Baker Hughes erneut einen Rückgang der aktiven Ölbohranlagen gemeldet. Das ist nun der sechste Rückgang in Folge. Damit sind nun 816 Anlagen aktiv und insgesamt 69 Anlagen weniger, als noch Anfang des Jahres. So niedrig war der Stand seit über einem Jahr nicht mehr. Setzt sich der Trend weiter so fort, könnte dies das Wachstum der US-Rohölförderung in Zukunft etwas ausbremsen. Zudem wollen die Schieferölproduzenten ihre Ausgaben um 5 Prozent senken. Zum Ende letzten Jahres gingen Analysten noch von einer Steigerung über 11 Prozent aus. Investoren wollen nun vermehrt Renditeauszahlungen sehen, so die Investmentbank Evercore. Zudem machte der Preisrutsch im viertel Quartal 2018 klar, dass die Investitionen und die Rentabilität schnell verloren geht, sofern die OPEC nicht an höheren Ölpreisen interessiert ist und diese mit Förderkürzungen durchsetzen will. Diese Entwicklung dämpft daher die Fördererwartung in den USA ist ist daher für die Ölpreise stützend zu interpretieren.

WTI kann das Preisniveau heute Morgen verteidigen und liegt im Moment etwa 0,75 Prozent im Plus und kostetn60,63 US-Dollar pro Barrel. Die Sorte Brent liegt aktuell bei 68,26 US-Dollar pro Barrel und liegt leicht im Minus. Der durchschnittliche Heizölpreis ist auf 69,30 Euro pro 100 Liter gestiegen. Letzten Freitag kosteten 100 Liter Heizöl im Bundesdurchschnitt noch 68,70 Euro.

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